Wirtschaftsnachrichten Digitalisierung

stromzahler_27112013

Digitalisierung der Energiewende verzögert sich

Berlin | Die Verbreitung intelligenter Stromzähler, so genannter Smart Meter, wird sich um mindestens ein bis eineinhalb Jahre verzögern. Diese gemeinsame Einschätzung des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU) und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) geht aus einem Schreiben hervor, über das die "Welt" in ihrer Donnerstagausgabe berichtet. Laut "Messstellenbetriebsgesetz" sind Stromabnehmer ab einem Jahresverbrauch von 6.000 Kilowattstunden ab dem 1. Januar 2020 zum Einbau intelligenter Messsysteme verpflichtet.

Diese Frist sei nicht mehr zu halten, heißt es in dem Schreiben von VKU und BDEW an die Bundesnetzagentur: Es sei "an der Zeit zu konstatieren", dass beim Smart-Meter-Einbau "die zeitlichen Erwartungen nicht mehr erfüllt werden können." Demnach würden allein die notwendigen Prozessbeschreibungen noch bis zu sechs Monate dauern, das darauffolgende Konsultationsverfahren durch die Bundesnetzagentur weitere acht bis elf Monate. Schließlich bräuchten Software- und Gerätehersteller mindestens 18 Monate zur "Umsetzung im Markt", wobei auch dieser Zeitplan "knapp bemessen ist", warnen die Verbände.

Für größere Verbrauchsstufen gilt seit Jahresbeginn ein so genanntes Interimsmodell, wonach digitale Messstellen bereits eingebaut werden können. Auch diese Geräte müssten allerdings ertüchtigt werden, wenn die genauen technischen Rahmenbedingungen für Smart Meter feststehen, heißt es in dem Schreiben: Ob und wie dies gelingen könne sei allerdings "ebenso unklar." Die gesetzliche Einbaupflicht für Verbrauchsgrößen ab 6.000 Kilowattstunden pro Jahr gilt erst dann, wenn mindestens drei unabhängige Hersteller zertifizierte Smart Meter auf dem Markt anbieten.

Bislang hat noch kein Anbieter die Zertifizierung abgeschlossen. Wie es auf einer Webseite des Bundeswirtschaftsministeriums heißt, dienen intelligente Stromzähler "als sichere Kommunikationsplattform, um das Stromversorgungssystem energiewendetauglich zu machen."

Zurück zur Rubrik Digitalisierung

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Digitalisierung

Washington/Brüssel | US-Präsident Donald Trump hat die von der EU gegen Google verhängte Milliardenstrafe scharf kritisiert. "I told you so! The European Union just slapped a Five Billion Dollar fine on one of our great companies, Google. They truly have taken advantage of the U.S., but not for long!", schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter.

google_pixabay_18072018

Brüssel | aktualisiert | Die EU-Kommission hat eine neue Rekord-Wettbewerbsstrafe in Höhe von 4,34 Milliarden Euro gegen Google verhängt. Das Unternehmen habe mit illegalen Praktiken bei Android-Mobilgeräten gegen das EU-Kartellrecht verstoßen, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Google habe Herstellern von Android-Geräten und Betreibern von Mobilfunknetzen seit 2011 "rechtswidrige Einschränkungen" auferlegt, um seine beherrschende Stellung auf dem Markt für allgemeine Internet-Suchdienste zu festigen.

menschenmassen_pixabay_17072018

Berlin | Das Bundeskabinett will der Wirtschaft Zugriff auf Bürgerdaten geben, damit die Forschung an "Künstlicher Intelligenz" (KI) vorankommt. Das geht aus dem Entwurf eines Eckpunktepapiers hervor, das am Mittwoch vom Kabinett beschlossen wird, berichtet das ARD-Hauptstadtstudio. "Deutschland soll zum weltweit führenden Standort für KI werden", heißt es gleich auf Seite 1. Die konkrete politische Forderung in dem Papier: "Die Menge an nutzbaren, qualitativ hochwertigen Daten muss deutlich erhöht werden, ohne dabei Persönlichkeitsrechte, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung oder andere Grundrechte zu verletzen".

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS