Wirtschaftsnachrichten Digitalisierung

Kartellamt will Datensammeln von Internetkonzernen begrenzen

Berlin | Das Bundeskartellamt will das Datensammeln großer Internetunternehmen wie Google, Apple & Co. per Kartellrecht begrenzen. "Die Geschäftsmodelle dieser Unternehmen basieren einzig und allein auf Daten. Diese Daten-getriebenen Geschäftsmodelle müssen wir in den Griff bekommen", sagte der Präsident des Bundeskartellamts Andreas Mundt, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

"Die Unternehmen wachsen aus sich heraus durch Netzwerkeffekte und werden immer größer. Jeder schließt sich Netzwerken mit vielen Nutzern an – ein Schneeballeffekt." Gefahren liegen nicht nur bei großen, sondern auch bei kleinen Unternehmen.

"Plattform-Märkte neigen zur Monopolisierung. Das sind neue Phänomene", warnte Mundt. "Auch kleinere Plattformen können heute in ihrem Markt sehr schnell einen Konzentrationsprozess in Gang setzen und zu Monopolen heranwachsen. Beispiel Flixbus", führte Mundt aus. Flixbus sei in kürzester Zeit zum vorherrschenden Fernbus-Anbieter aufgestiegen. Eine ähnliche Entwicklung gebe es bei Essenslieferanten.

"Die Wettbewerbsbehörden konnten hier teilweise gar nicht prüfen, da die Umsätze der Plattformen zu gering waren und für die Fusionskontrolle keine Rolle gespielt haben." Konkret sieht Mundt mehrere Ansatzpunkte, die Marktmacht zu bremsen. "Als Nutzer muss man seine Daten von einem zum nächsten Anbieter mitnehmen können, wie dies in der Datenschutzgrundverordnung geregelt ist, aber bisher nur selten stattfindet", sagt Mundt. Zudem müsse darüber nachgedacht werden, "ob und gegebenenfalls wie wir große Plattformen dazu zwingen können, ihren Datenschatz auch anderen Konkurrenten zugänglich zu machen, damit diese überhaupt als Unternehmen eine Chance im Markt erhalten". Schnelles Handeln ist erforderlich. "Die Digitalisierung schreitet mit rasender Geschwindigkeit voran – und wir schaffen es bislang nicht gleichzeitig und damit rechtzeitig, die Leitplanken aufzustellen", warnte Mundt. Die Macht des Kartellamts sei auf die ökonomische Regelung begrenzt, "da wir eine Wirtschaftsbehörde sind. Aber selbstverständlich stehen in diesem Bereich viele andere gesellschaftsrelevante Fragen auf dem Spiel – wie Mobbing, Hass im Internet, Jugendschutz, Urheberrechte, Steuerfragen usw." Regulatorisch stecke noch "Vieles in den Kinderschuhen".

Zurück zur Rubrik Digitalisierung

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Digitalisierung

Hamburg | Der US-Konzern Facebook sieht derzeit keine ausländische Desinformationskampagne in Deutschland in Bezug auf die Bundestagswahl. Noch habe man keine ausländische Einflussnahme bemerkt, zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" das Unternehmen. Die Bundestagswahl im September stehe ganz oben auf der Agenda, heißt es.

Berlin | Die Coronakrise wird das Einkaufsverhalten der Deutschen nachhaltig verändern. Die Bundesbürger entdecken in der Coronakrise die Lebensmittellieferdienste - und wollen diese auch nach der Pandemie verstärkt nutzen. Zu diesem Ergebnis kommt der Onlinemonitor 2021 des Handelsverbands HDE Deutschland, über den der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe vorab berichtet.

cloud_06052021

Berlin | Baden-Württembergs Datenschutzbeauftragter Stefan Brink hat mit Skepsis auf die Ankündigung von Microsoft reagiert, die Daten seiner Kunden künftig ausschließlich in der EU zu verarbeiten und zu speichern, um sie vor dem Zugriff von US-Behörden zu schützen.

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >