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Beschäftigte haben immer längeren Weg zur Arbeit

Berlin | Beschäftigte in Deutschland benötigten im Jahr 2016 im Schnitt 44 Minuten für den Weg zur Arbeit und zurück - rund zwei Minuten oder 5,5 Prozent mehr als noch im Jahr 2007. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Jutta Krellmann, über die das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" in seinen Donnerstagausgaben berichtet. Das Ministerium verweist auch auf Daten des Mikrozenus, wonach sich die durchschnittliche Entfernung zwischen Arbeitsstelle und Wohnort in den vergangenen Jahren offenbar leicht vergrößert hat.

17,8 Prozent der Erwerbstätigen wohnten 2016 mindestens 25 Kilometer von ihrer Arbeitsstelle entfernt wohnen, vier Jahre zuvor waren es noch 16,8 Prozent gewesen. 27,9 Prozent hatten zuletzt einen Weg von weniger als fünf Kilometern. Jüngere pendeln – jedenfalls im Schnitt – länger zur Arbeit als Ältere.

In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen leben 4,9 Prozent der Erwerbstätigen mehr als 50 Kilometer von ihrer Arbeitsstelle entfernt, bei 14,5 Prozent ist der Weg zur Arbeit zwischen 25 und 50 Kilometer lang. Die Linksfraktion fordert eine Absenkung der gesetzlichen Höchstarbeitszeit. "In der Debatte um die Flexibilisierung der Arbeit wird oft vergessen, dass Wegezeiten die Ruhezeit weiter einschränken", sagte Linken-Arbeitsmarktexpertin Jutta Krellmann dem RND. "Bei einer Arbeitszeit von 8 Stunden, einer unbezahlten Pause von einer Stunde und Wegezeiten von 45 Minuten bleibt neben 8 Stunden Schlaf noch 6 Stunden und 15 Minuten für Familie, Hausarbeit und Freizeit".

Sobald die Arbeitszeit auch noch unregelmäßig verteilt oder weiter erhöht werde, seien Beschäftigte "ganz schnell nur noch im Hamsterrad unterwegs". Die Linksfraktion bringt in dieser Woche einen Antrag zur Senkung der gesetzlichen Höchstarbeitszeit von 48 auf 40 Wochenstunden in den Bundestag ein. Laut Bundesarbeitsministerium ist die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle zwischen 2007 und 2016 um elf Prozent auf 188.000 gestiegen.

Im Jahr 2010 gab es mit 226.000 angesichts eines besonders kalten Winters sogar 220.000 Wegeunfälle. Allerdings ist die Zahl der Unfälle je 1.000 Arbeitnehmer um drei Prozent gesunken. Eine Erklärung für diese Entwicklung dürfte die zunehmende Zahl der Erwerbstätigen sein.

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