Wirtschaftsnachrichten Karriere

Buntenbach gegen Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung

Berlin | Die Forderung der Wirtschaftsweisen nach einer Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung stößt auf Widerstand bei der Bundesagentur für Arbeit (BA).

"Wir lehnen Beitragssenkungen ab", sagte Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes und derzeit Vorsitzende des BA-Verwaltungsrates, am Mittwoch dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND). "Die Arbeitslosenversicherung ist der konjunkturanfälligste Zweig der sozialen Sicherungssysteme. In Krisenzeiten steigt die Arbeitslosigkeit - damit steigen auch die Ausgaben der BA, während die Beitragseinnahmen sinken." Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung fordert in seinem am Mittwoch vorgestellten Jahresgutachten eine Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung um 0,5 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent. Alle Gruppen in der Selbstverwaltung der Bundesagentur für Arbeit seien sich einig, dass als Vorsorge ein Betrag von 20 Milliarden Euro erforderlich sei.

"Diese Höhe hat die Rücklage noch lange nicht erreicht", sagte Buntenbach. "Offensichtlich hat der Sachverständigenrat ein Kurzzeitgedächtnis: Mit der Abschaffung der Defizithaftung hat der Bund die Bundesagentur verpflichtet, Vorsorge für Krisenzeiten zu treffen." Das sei nur über die Bildung von Rücklagen möglich.

Nur mit deren Hilfe habe die Bundesagentur in der Finanzmarktkrise schnell handeln und mithilfe von Kurzarbeitergeld Schlimmeres verhindern können. Die Debatte um die Senkung des Beitrags dürfe nicht dazu führen, "dass strategisch wichtige Fragen der Arbeitsmarktpolitik aus dem Blick geraten". Die Gewerkschaften forderten schon lange, den Schutz im Fall von Arbeitslosigkeit zu verbessern.

Außerdem stelle die Digitalisierung die Arbeitsmarktpolitik vor völlig neue Herausforderungen. "Die BA muss mehr in Weiterbildung investieren, damit dieser Wandel gut bewältigt wird, ohne dass die Menschen abstürzen", so Buntenbach weiter.

Zurück zur Rubrik Karriere

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Karriere

verkehrskontrolle_15122012d

Wiesbaden | Mehr Beschäftigte bei der Polizei, an Tageseinrichtungen für Kinder sowie an Hochschulen haben zu einem Personalanstieg im öffentlichen Dienst geführt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag auf Basis vorläufiger Ergebnisse der Personalstandstatistik mitteilte, waren zum Stichtag 30. Juni 2017 - dem jüngsten verfügbaren Datum - rund 4,74 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst tätig. Das waren 47.500 Personen oder 1,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

20_euro_detail_30032105

Wiesbaden | Der Reallohnindex in Deutschland ist im ersten Quartal 2018 um 1,1 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal gestiegen. Der nominale Verdienstzuwachs betrug 2,7 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit. Die Verbraucherpreise legten im selben Zeitraum um 1,6 Prozent zu.

albertus1

Köln | Die Universität zu Köln hat einen neuen Hochschulrat. Am heutigen Montag ernannte Staatssekretärin Annette Storsberg vom NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft die Mitglieder des frisch gewählten Hochschulrates.

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS