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Tarifrunde im NRW-Einzelhandel: Verdi nennt Arbeitgeberangebot Unverschämtheit

Köln | Die zweite Verhandlungsrunde im NRW-Einzelhandel ist ergebnislos heute beendet worden. Es geht um das Angebot der Arbeitgeber für rund 700.000 Beschäftigte in NRW. Die Gewerkschaft Verdi spricht beim vorgelegten Angebot der Arbeitgeber von einer Unverschämtheit.

„Die Arbeitgeber versuchen einen Keil zwischen die Beschäftigten im Einzelhandel zu treiben. Die Branche hat im Jahr 2020 den höchsten Umsatz seit über zwei Jahrzehnten eingefahren. Die Beschäftigten sollen aber erst nach drei Jahren auf dem gleichen Entgeltniveau ankommen. Das lassen wir nicht zu! Es ist eine Unverschämtheit, dass selbst Beschäftigte aus Unternehmen, die historische Umsatzsteigerungen und Gewinne aufgrund der Pandemie erzielt haben, erst nach zwei Nullmonaten eine Entgelterhöhung von gerade einmal einem Prozent erhalten sollen. Eine Laufzeit von 36 Monaten reicht aus unserer Sicht gerade in der Krise viel zu weit in die Zukunft. Die Menschen brauchen bei steigenden Preisen jetzt mehr Geld um ihr Leben zu bestreiten. Das gilt auch für Beschäftigte, die aufgrund von zeitweiser Schließung der Geschäfte nur Kurzarbeitergeld erhalten haben", so die Verdi-Verhandlungsführerin Silke Zimmer in einem schriftlichen Statement.

Das fordert Verdi: Eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5 Prozent plus 45 Euro, ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde und einen Laufzeit von 12 Monaten sowie die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit (AVE).

Das ist das Angebot der Arbeitgeber: Eine gestaffelte Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen bei einer Laufzeit von 36 Monaten vor. Die drei Erhöhungsschritte greifen

für Unternehmen, die gut durch die Pandemie gekommen sind:
Nach zwei Nullmonaten 1,0 Prozent zum Juli 2021
Ab 1. Mai 2022 weitere 1,4 Prozent
Ab 1. Mai 2023 weitere 2,0 Prozent
Eine Einmalzahlung in Höhe von 1,4 Prozent pro Monat des individuellen Bruttoentgelts für die Monate Juli 2021 bis April 2022

für Unternehmen, die von den Pandemieauswirkungen betroffen sind:
Nach 10 Nullmonaten 1,0 Prozent zum 1. März 2022
Nach sechs Nullmonaten weitere 1,4 Prozent zum 1. November 2022
Nach sechs Nullmonaten weitere 2,0 Prozent zum 1. November 2023

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