Wirtschaftsnachrichten Kölner Wirtschaft

oekonomen_26092019

Uni Köln-Professor Axel Ockenfels auf Platz 30 und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln auf Platz 14 des F.A.Z.-Ökonomen-Rankings

Die einflussreichsten Ökonomen Deutschlands

Vier Kölner auf dem neuesten F.A.Z.-Ökonomen-Ranking

Köln | Spieglein, Spieglein, an der Wand – wer ist der einflussreichste Ökonom im ganzen Land? Diese Frage stellt erneut die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) und versucht mit ihrem Ökonomen-Ranking eine Antwort zu geben. Unter den vermeintlich 100 einflussreichsten Ökonomen des Landes finden sich auch vier in Köln aktive Wirtschaftswissenschaftler, darunter der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther auf Platz 14, und der Uni Köln-Professor Axel Ockenfels auf Platz 30.

Ranglisten der besten Wissenschaftler, Rankings der besten Hochschulen und Business Schools, sind sozusagen eine Wissenschaft für sich – über die Wirtschaftswissenschaftler endlos diskutieren können.

Im Wissenschaftsbetrieb selbst gilt der als der beste, der am meisten publiziert („publish or perish"). Aber damit endet der Konsens auch schon. Denn je nachdem, wie man die Liste der Fachpublikationen definiert, in denen Ökonomen veröffentlichen, sieht auch das Ranking aus. Nimmt man nur eine kleine Gruppe von international führenden Publikationen fallen viele deutsche Wissenschaftler durch das Sieb. Oder ist vielleicht der der Wichtigste/Einflussreichste, der, bzw. dessen Arbeit am meisten von anderen Wissenschaftlern zitiert wird? Auch solche Zitationsrankings gibt es. Und wahrscheinlich gilt auch die Regel: Ein Ranking ist so wichtig, also einflussreich, wie das Medium, das es publiziert.

Die F.A.Z. versucht mit ihrem Ökonomen-Ranking nun, nicht die besten Wirtschaftswissenschaftler zu bestimmen, sondern die einflussreichsten. Das umfasst den Einfluss in der Wissenschaft selbst, aber eben nicht nur. Genauso wichtig erscheint, welche konkreten Folgen die wissenschaftliche Arbeit hat, also die Resonanz in der Politik und ob sie in der Öffentlichkeit Widerhall findet. Deshalb zählt das F.A.Z.-Ökonomen-Ranking wie oft ein Wissenschaftler in den Medien und – neu – auch, wie oft er in den sozialen Medien auftaucht.

 

Deutschlands einflussreichste Ökonomen 2019

1. Ernst Fehr (Uni Zürich)
2. Clemens Fuest (Ifo-Institut München)
3. Hans-Werner Sinn (LMU München)
4. Marcel Fratzscher (DIW & Humboldt-Universität Berlin)
5. Bruno Frey (Crema)
6. Ferdinand Dudenhöffer (Uni Duisburg-Essen)
7. Ottmar Edenhofer (PIK Potsdam)
8. Peter Bofinger (Uni Würzburg)
9. Lars Feld (Walter-Eucken-Institut, Freiburg)
10. Gabriel Felbermayr (IfW Kiel)

Quelle: F.A.Z. Ökonomen-Ranking 2019

In früheren Zeiten der Bundesrepublik hätte man wahrscheinlich gesagt, dass die politisch einflussreichsten Ökonomen Deutschlands die Mitglieder des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sind, besser bekannt als die „Wirtschaftsweisen". Tatsächlich tauchen die gegenwärtigen „Wirtschaftsweisen" (Lars P. Feld, Christoph M. Schmidt, Isabel Schnabel, Achim Truger, Volker Wieland) auch alle auf dem F.A.Z.-Ökonomen-Ranking auf.

Auch die Chefs der fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, die in jedem Jahr gemeinsam ihre Wirtschaftsprognosen im  Frühjahrs- und Herbstgutachten veröffentlichen, sind allesamt vertreten: DIW Berlin (Fratzscher), Ifo München (Fuest), Institut für Weltwirtschaft Kiel (Felbermayr), IWH Halle  (Gropp) und Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung Essen (Christoph C. Schmidt).

Hüther und Ockenfels

Unter den 30 einflussreichsten Ökonomen finden sich zwei aus Köln: Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln) auf Platz 14 und der Uni Köln-Professor Axel Ockenfels auf Platz 30. Während Hüther in der Wissenschaft kaum etwas zu melden hat, verdankt er sein Standing der Medienpräsenz und dem Gehör, das ihm die Politik zu schenken scheint. Bei Ockenfels ist es genau umgekehrt: Sein gutes Abschneiden ist fast ausschließlich Ergebnis seiner wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Was im Übrigen erstaunlich ist: Ockenfels, früh mit Arbeiten zur Spieltheorie und Verhaltensökonomie als einer der Jungstars der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland gehandelt und seit 2003 Professor in Köln, ist zwar ein ausgewiesener Wissenschaftler. Aber gerade seine jüngsten Arbeiten zur Klimapolitik, zum CO2-Bepreisung (carbon pricing) sollten ihm eigentlich ein breites öffentliches Interesse bescheren. Da muss jemand wohl an seiner Medienpräsenz arbeiten...

Weitere Kölner unter den Top 100 sind zwei IW-Forscher: Michael Voigtländer (Rang 41) und Dominik Enste (Rang 90). Voigtländer ist Immobilien-Experte, Enste beschäftigt sich mit  Wirtschaftsethik, Kirche, Wohlfahrtsverbänden, Pflege u.ä.

Ansonsten bleiben die Wirtschaftswissenschaften in Deutschland eine weitgehend männliche Angelegenheit: Unter den 100 führenden Ökonomen finden sich nur acht Frauen: Isabel Schnabel (Uni Bonn) (15), Friederike Welter (IfM Bonn) (21), Claudia Kemfert (DIW Berlin) (24), Dina Pomeranz (Uni Zürich) (46), Ann-Kristin Achleitner (TU München) (75), Anke Hassel (WSI) (86), Maja Göpel (Leuphana Lüneburg) (92) und Stefanie Walter (Uni Zürich) (98).

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