Wirtschaftsnachrichten Kölner Wirtschaft

karneval_wagenuerbergabe_15012021

Screenshot aus dem Marketing-Video des Ford-Konzerns

Karneval-Stilblüten 2021: Ja, wo fahren die 3 denn hin?

Köln | Es ist Januar. Januar in Köln ist gleichbedeutend mit Karnevalssession. Daher will die Stadt Köln und das Kölner Festkomitee auch nix, aber auch gar nix absagen. Aber anstatt jeckem Treiben, treibt das Festhalten an dieser Session immer wildere Blüten. Heute: Marketing von Ford, dem Kölner Autobauer, der Fahrzeuge vor der Hofburg an das Kölner Dreigestirn übergab. Gestern starben in Deutschland 1.113 Menschen nach Angaben des Robert Koch-Instituts und die Politik überlegt Nachschärfungen beim Lockdown sowie appelliert an Unternehmen Kontakte zu reduzieren. Da passt etwas ganz gewaltig nicht mehr zusammen.

OK, zu klären ist, ob eine Übernachtung des Kölner Dreigestirns als ehrenamtliche Vertreter in einem Kölner Hotel nicht zu rein touristischen Zwecken erfolgen würde, was unter der aktuellen Coronaschutzverordnung verboten und vom Kölner Ordnungsamt sowohl gegenüber den Mitgliedern des Trifoliums, als auch des Hotelbetreibers zu ahnden wäre. Mal ganz abgesehen vom symbolischen Charakter, alleine aus diesem Grund ist die Inszenierung als Hofburg mehr als irritierend.

Das Unternehmen Ford schreibt in seiner Pressemitteilung: "Und so fuhr Hans Jörg Klein, Geschäftsführer Marketing und Verkauf und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH, persönlich eine kleine Kolonne von drei Ford Tourneo Custom Plug-in-Hybrid* zur Hofburg des Dreigestirns, dem Dorint-Hotel in der Kölner Altstadt. Dort überreichte er Prinz Sven I. (Sven Oleff), Bauer Gereon (Gereon Glasemacher) und Jungfrau Gerdemie (Dr. Björn Braun) die Schlüssel zu ihren neuen Hybrid-Fahrzeugen." Die Coronaschutzverordnung in NRW ist eindeutig: "Treffen im öffentlichen Raum sind nur zwischen Angehörigen eines Hausstands sowie einer weiteren Person zulässig." Der Marketingchef von Ford ist ein Haussstand und dürfte aus diesem Grund in der Öffentlichkeit nur eine weitere Person treffen. Er lächelt aber im Marketing-Video fröhlich ohne FFP2-Maske neben dem Dreigestirn ins Bild. 1 plus 3 = 4 und alle abgebildeten Personen gehören nicht einem Hausstand an.

Jetzt könnte ein Argument sein, es handelt sich hierbei um einen geschäftlichen Termin und da gelten die Regeln ja nicht. Für den Ford-Marketingchef und seine Fahrer mag das noch gelten, aber sowohl Festkomiteepräsident, der auch im Video zu sehen ist, als auch das Trifolium ist hier nicht geschäftlich unterwegs, sondern agiert im Ehrenamt für das Festkomitee, einen eingetragenen Verein. Was unterscheidet diesen Verein von anderen Vereinen? Versammlungen und Feierlichkeiten sind zudem verboten. Die Coronaschutzverordnung ist aber auch in Bezug auf berufliche Kontakte klar und eindeutig: "Insbesondere sollten nicht erforderliche Kontakte in der Belegschaft und mit Kunden möglichst vermieden werden". Zudem ist im öffentlichen Raum der Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

Heute appellierte noch einmal Bundespräsident Frank Walter Steinmeier an die Unternehmen, Kontakte zu minimieren und nicht nur er. Marketing und PR sind auf Öffentlichkeitswirksamkeit ausgelegt, sonst haben sie keine Berechtigung. Das Signal, das von diesem Video ausgeht, ist ein anderes, als das, was Landesregierung, Bundesregierung, Robert Koch-Institut und zuletzt der Bundespräsident sendeten. Und es bleibt die Frage, wozu Fahrzeuge, wenn doch alle Versammlungen und Feierlichkeiten sowieso untersagt sind? Wo sollen sie denn hinfahren und soll der Rosenmontagszug nicht als Puppenspiel aufgeführt werden? Aber wer weiß, vielleicht fahren ja durch den Püppchen-Zoch dann Plug-in-Hybride ...

Zurück zur Rubrik Kölner Wirtschaft

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Kölner Wirtschaft

Köln | Der Kölner Zoo ist eine Aktiengesellschaft und hat einen Aufsichtsrat. Der hat einen neuen Chef: Dr. Ralf Unna, Grüne und MdR.

ksk_step_03032021

Jede zweite Zahlung läuft bereits kontaktlos

Köln | Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Lockdowns stellt auch die Kreissparkasse Köln vor große Herausforderungen. „In den ersten Wochen des vergangenen Lockdowns im Frühjahr 2020 haben wir eine sehr große Nachfrage nach Bargeld registriert, da die Kunden die Schließung der Kreditinstitute befürchtet hatten. Das war für uns eine logistische Herausforderung“, sagt der Vorstandsvorsitzende Alexander Wüerst, der gestern die Jahresbilanz seines Unternehmens für 2020 präsentierte.

Köln | Das Handwerk in Köln ist wirtschaftlich in zwei Teile gespalten. Die einen können in der Corona-Pandemie weiterarbeiten und die anderen sind durch den Lockdown in ihrer Existenz bedroht. Dazu zählen unter anderem Friseure, Kosmetiker, Maßschneider oder Messebauer.

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >