Wirtschaftsnachrichten Kölner Wirtschaft

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Das Pressefoto wurde von der Deutz AG zur Verfügung gestellt. | Foto: Nils Hendrik Müller/Deutz AG

Massive Verluste für den Kölner Motorenbauer Deutz im Corona-Jahr

Der Verbrennungsmotor bleibt im Fokus

Köln | Im vergangenen Krisenjahr musste der Kölner Motorenbauer Deutz deutliche Verluste hinnehmen. Im letzten Quartal gab es aber schon Zeichen der Erholung mit wieder steigenden Umsatzzahlen. Die Perspektive für das laufende Geschäftsjahr sieht besser aus – man rechnet in Porz zumindest mit einem ausgeglichenen operativen Ergebnis. Dafür soll auch ein Restrukturierungsprogramm sorgen – dessen Ziel ist es, weiter Kosten einzusparen. Insgesamt 350 Jobs sollen an den deutschen Standorten im Rahmen eines Freiwilligenprogramms abgebaut werden. Zum 12. März hatten 302 Mitarbeiter dieses Angebot angenommen.

Die Herausforderungen

Zu den Herausforderungen für den Motorenbauer gehört es, in Zukunft neue, nachhaltige und die Umwelt schonende Antriebstechnologien für große Maschinen in Bereichen wie der Baubranche oder der Landwirtschaft zu entwickeln und zu verkaufen. Dabei müssen solche Industriemotoren besonders robust und vielfältig einsetzbar sein. Neben der Elektrifizierung setzt man in Sachen Zukunftsmobilität bei der Deutz AG weiter auf den Verbrennungsmotor, wenn auch unter neuen Vorzeichen.

So werden bei den weiterentwickelten Industriemotoren Biodiesel, Wasserstoff, synthetische oder Multi-Kraftstoffe eingesetzt, die zu deutlichen CO2-Einsparungen führen sollen. Dazu kommen vollelektrische oder Hybrid-Antriebe im Rahmen der E-Deutz-Strategie. „Den Verbrennungsmotor weiterzuentwickeln, lohnt sich auch in der Zukunft“, ist sich der Vorstandvorsitzende Frank Hiller sicher.

„Die Kolbenmotoren kommen zum Einsatz, wenn es wie beim Ackerschlepper einen hohen Energiebedarf gibt und die Distanz zur nächsten Energieversorgung groß ist. Elektromotoren machen wie beim Gabelstapler Sinn, wenn sie in einem lokalen Umfeld wie einer Lagerhalle zum Einsatz kommen“, erläutert Hiller. Im E-Segment rechnet man für 2023/24 mit einem Umsatzanteil von fünf bis zehn Prozent.

Restrukturierung geplant

Um das Unternehmen zukunftsfähig zu machen, plant man mit dem Restrukturierungsverfahren ab 2022 jährlich 100 Millionen Euro einzusparen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr bei Deutz 477 Jobs gestrichen, indem Leiharbeit abgebaut, befristete Verträge aufgelöst und die natürliche Fluktuation genutzt wurden. Bei Freiwilligenprogramm sollen zudem insgesamt 350 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Der Wachstumsfokus liegt bei der Deutz AG auf China, dem wichtigsten Markt für die Kölner Motorenbauer. Zu den zentralen Bausteinen zählt hier das Joint Venture mit Sany, dem größten Baumaschinenhersteller in China. 2022 soll dort eine neue, gemeinsame Fabrik an der Start gehen, die jährlich bis zu 80.000 Motoren herstellen kann. Dazu kommen weitere eigene Aktivitäten wie das Werk in Tianjin, wo man eine deutliche Steigerung vermelden kann. Im Kölner Werk konnte man im vergangenen Jahr ein neues Montageband für kleine Vier-Liter-Motoren erfolgreich in Betrieb nehmen. Gut gestartet ist auch der Kalttest für Motoren, der kürzere Durchlaufzeiten und einen geringeren Kraftstoffverbrauch sichern soll.

Bei den Zahlen des vergangenen Jahres reduzierte sich der Auftragseingang um 20 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Der Absatz ging 2020 um knapp 29 Prozent von 211.000 auf 160.000 Stück zurück. Der Umsatz verringerte sich von 1,8 auf 1,29 Milliarden Euro, das ist ein Verlust von knapp 30 Prozent. Erst im vierten Quartal gab es Verbesserungen bei den Zahlen. Mit einer Eigenkapitalquote von 43,3 Prozent und ungenutzten Kreditlinien in Höhe von 245 Millionen Euro sieht man sich trotz der Verluste weiter gut aufgestellt. Wegen des Bilanzverlustes wird wie schon im Vorjahr keine Dividende ausgeschüttet. Für 2021 erwartet man einen Umsatz von mindestens 1,4 Milliarden Euro.

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