Wirtschaftsnachrichten Kölner Wirtschaft

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Sparkasse Köln/ Bonn: Staatswanwaltschaft ermittelt gegen Mitarbeiter

Köln | aktualisiert 10:40 Uhr, 11:25 Uhr, 12:10 Uhr | Ein Kunde der Sparkasse Köln/ Bonn, den Sparkassensprecher Minwegen als institutionellen Anleger bezeichnet, hat Anzeige wegen Betrug und Untreue gegen vier Vorstände der Bank gestellt. Aufgrund des Vorfalls entstand dem Sparkassenkunden Senol B. ein finanzieller Schaden in Höhe von fast drei Millionen Euro. Aktualisiert: Im Interview mit report-k.de erklärt der Rechtsanwalt Joerg Andres die Vorwürfe seines Mandanten an die Sparkasse Köln/ Bonn und wie sich Bankkunden schützen können. Die Sparkasse Köln/ Bonn weist die Vorwürfe zurück. Aktualisiert: Die Staatsanwaltschaft Köln hat ein Ermittlungsverfahren gegen zwei Mitarbeiter der Sparkasse eingeleitet.

Die Sparkasse Köln/ Bonn soll dem Kunden Senol B. riskante Zinswetten angeboten haben. Dadurch soll er einen Schaden in Millionenhöhe erlitten haben. Er stellte laut seinem Anwalt Joerg Andres bei der Staatsanwaltschaft Köln Anzeige gegen vier Vorstände des Instituts wegen Betruges, Untreue und Nötigung.

12:10 Uhr > Staatsanwalt ermittelt gegen Sparkassen-Mitarbeiter

Ende Februar 2012 ist die Anzeige des Privatkunden gegen vier Vorstände der Sparkasse Köln/ Bonn bei der Staatsanwaltschaft Köln eingegangen. Dies bestätige heute Staatsanwältin Carolin Breloer gegenüber report-k.de. Allerdings habe sich der Anfangsverdacht gegen den Vorstand nicht bestätigt. Inzwischen sei jedoch ein Ermittlungsverfahren gegen zwei Mitarbeiter der Sparkasse Köln/ Bonn wegen des Verdachts auf Betrug eingeleitet worden. Die Ermittlungen dauerten derzeit noch an. Zur Zeit würden Unterlagen von der Staatsanwaltschaft beigezogen und ausgewertet.

11:25 Uhr > Sparkasse Köln/ Bonn weist Vorwürfe zurück

Die Sparkasse Köln/ Bonn hat die Vorwürfe in einer schriftlichen Erklärung vom 8. März 2012 zurückgewiesen. „Wir behalten uns vor, den gesamten Sachverhalt der zuständigen Staatsanwaltschaft Köln zur Prüfung zu übergeben“, heißt es darin. Weiter erklärt die Bank, Herr Senol B. habe einer Befreiung von dem Bankengeheimnis zugestimmt, weswegen die Sparkasse nun Details zu dem Kunden veröffentlicht. Dabei bezeichnet das Institut Herrn B. Als „Anleger und Kunde mit Sachverstand und profunden Kenntnissen und Erfahrungen in Sachen Geldanlage“. 2006 habe er auf eigenen Wunsch verschiedene Immobilien im Kölner Raum erworben und die Finanzierung über die Sparkasse Köln/ Bonn abgewickelt. Auch auf seinen Wunsch hin sei es zu diesem Zinssicherungsgeschäft gekommen. Dabei habe er eine umfassende Beratung erhalten, die auch protokolliert worden sei. Diese zeige, dass er auf mögliche Risiken hingewiesen worden sei. 2007 und 2008 habe Herr B. elf verschiedene Zins- und Zinswährungsswaps mit der Sparkasse abgeschlossen. Mit diesen habe er seine Immobilien-Objekte in Höhe von 6,5 Millionen Euro abgesichert. Auch im Zuge dessen sollen Risiko-Aufklärungen stattgefunden haben.

Da Herr B. über die Risiken umfassend beraten worden wäre, seit der Vorwurf nicht nachvollziehbar. Zudem habe Herr B. in den vergangenen Jahren keine zivilrechtlichen Schritte unternommen, sodass es zu einer Verjährung gekommen sei. Die behaupteten Ansprüche weist die Sparkasse Köln/ Bonn zurück.

10:40 Uhr > Interview mit Rechtsanwalt Joerg Andres

Report-k.de: Sehr geehrter Herr Andres, sie vertreten Herrn Senol B., der Anzeige gegen vier Vorstände der Sparkasse Köln/ Bonn erhoben hat. Was wirft Ihr Mandant der Bank genau vor?
Andres: Mein Mandant wurde über ruinöse Risiken im Fall von insgesamt rund 10 sogenannten Swap-Verträgen, die ihm förmlich aufgedrängt wurden, nur mangelhaft aufgeklärt. Swap-Verträge sind - vereinfacht gesagt - hochspekulative Währungs-Tauschgeschäfte zur vermeintlich attraktiven Finanzierung zum Beispiel von Investitionen

Wie hoch ist der Schaden, den Ihr Mandant erlitten hat?
Er beträgt rund 2,9 Millionen Euro

Wurde Ihr Mandant über die Risiken der Swap-Verträge ausreichend informiert?
Dem Mandanten wurden vor allem die angeblich großen Chancen zur "Zinsersparnis" dargestellt. Auf Risiken wurde nur am Rande hingewiesen. Insbesondere wurde dem Mandanten der einstrukturierte negative Marktwert des Finanzprodukts und der Interessenkonflikt der Bank verheimlicht.

Sind Ihnen weitere derartige Fälle von Kunden der Sparkasse Köln/Bonn bekannt?
Ja, mir sind weitere Fälle bekannt. Der Rechtsanwalt Leipold aus München betreut nach eigener Aussage eine ganze Reihe ähnlicher Fälle.

Was raten Sie Kunden, wenn Sie in diesem Bereich mit Banken zusammenarbeiten?
Beim Anpreisen großer Chancen durch die Bank immer auch nach den damit meist korrespondierenden großen Risiken fragen.

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