Wirtschaftsnachrichten Kölner Wirtschaft

armut_26112013

Rund jeder fünfte Kölner muss sich einschränken, um über die Runden zu kommen.

Stadtverwaltung legt dritten Themenbericht vor

Köln | Die Stadt Köln hat die dritte von vier geplanten Umfragen unter der Überschrift „Leben in Köln“ veröffentlicht. Der Titel der jüngsten Umfrage lautet: „Erwerbstätigkeit und wirtschaftliche Lage der Bevölkerung“.

Auch in dieser dritten Ausgabe der vierteiligen Serie zum „Leben in Köln“ enthält wieder viele Fragen zur Lebenswirklichkeit der Kölnerinnen und Kölner. Nach den ersten beiden Ausgaben mit den Schwerpunkten „Zufriedenheit“ und „aktive Bürgerschaft“ geht es in der dritten, repräsentativen Umfrage des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik um Erwerbstätigkeit und die wirtschaftliche Lage in der Domstadt.

Atypische Verhältnisse und Befristungen vor allem in den Einstiegsjahren

Die beiden Themenfelder hängen für die Befragten häufig sehr eng beieinander. So gaben knapp die Hälfte der 18- bis 24-Jährigen an, dass ihr Einstieg ins Berufsleben mit einem befristeten Arbeitsvertrag begann, insgesamt sind in Köln 17 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse befristet. Acht der Prozent der Männer und sogar 14 Prozent der Frauen in der jüngeren Altersgruppe sind zudem nicht einmal sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Hier liegt auch der Anteil der so genannten atypischen Beschäftigungsverhältnisse mit 31 Prozent besonders hoch. Auch Ausländer und Frauen haben mit einem Anteil von 23 bzw. 22 Prozent besonders viele atypische Arbeitsverhältnisse. Diese sind in der Regel in Teilzeit bis zu 20 Wochenstunden, nicht sozialversicherungspflichtige oder befristete Tätigkeiten.

Positive Grundstimmung – trotz hoher Armutsgefährdung

In punkto wirtschaftliche Lage geht es der Mehrheit der Kölnerinnen und Kölner gut. So ist jedenfalls deren Wahrnehmung. 61 Prozent gaben ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als positiv an (49 Prozent „gut“ und zwölf Prozent „sehr gut“). Nur etwa elf Prozent sehen ihre eigene Lage als schlecht oder sehr schlecht. Zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) meinen, dass sich an ihrer Lage im kommenden Jahr nichts ändern wird. An eine positive Veränderung ihrer wirtschaftlichen Lage glauben 24 Prozent, an eine Verschlechterung insgesamt 14 Prozent, ergibt ein positives Saldo von immerhin zehn Prozentpunkten.

Knapp ein Viertel der Kölner Bevölkerung (23 Prozent) verfügt über ein monatliches Pro-Kopf-Nettoeinkommen von weniger als 1.066 Euro, das sind weniger als 60 Prozent des Mittleren Einkommens. Gemessen an den Kölner Einkommensverhältnissen gelten sie damit als armutsgefährdet. Junge Menschen sowie Menschen mit Migrationshintergrund haben ein besonders hohes Risiko, in Armut zu geraten.

Ein knappes Viertel (24 Prozent) der Kölner Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren ist von Armut bedroht. Am stärksten betroffen sind Haushalte von Alleinerziehenden: Vier von zehn Alleinerziehenden-Haushalten (40 Prozent) in Köln sind von Armut bedroht. Je mehr Kinder, desto höher das Risiko: Während jeder dritte Haushalt (34 Prozent) eines alleinerziehenden Elternteils mit einem Kind von Armut bedroht ist, trifft dieser Umstand auf knapp 60 Prozent der Haushalte von Alleinerziehenden mit zwei oder mehr Kindern zu. Alleine in Köln gelten rund 46.000 Kinder und Jugendliche als armutsgefährdet.

Aber auch wer einen geregelten Job hat, ist vor Armut nicht gefeit. Rund ein Sechstel (16 Prozent) der Erwerbstätigen sind wegen der niedrigen Löhne ebenfalls armutsgefährdet. Knapp ein Drittel von ihnen befindet sich mit dem zur Verfügung stehenden Haushaltseinkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze. Arbeitslose und Arbeitssuchende haben mit 70 Prozent das höchste Armutsrisiko.

Rund ein Fünftel der Kölner Bevölkerung kommt mit dem verfügbaren Haushaltseinkommen kaum bis gar nicht aus. 17 Prozent der Befragten müssen auf Dinge verzichten, um über die Runden zu kommen. Lediglich vier Prozent teilten mit, dass sie mit dem Geld überhaupt nicht auskommen. Ein knappes Viertel der Kölner kann nichts für's Alter zurücklegen, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage.

Die Umfrage „Leben in Köln“ wurde im Herbst 2016 mit einem Aufruf gestartet. Von den 64.000 angeschriebenen Kölnerinnen und Kölnern hatte rund ein Viertel – etwa 14.400 – den Fragebogen beantwortet zurückgesendet. Der enthielt insgesamt rund 100 Fragen zu den verschiedenen Themenbereichen. Die hier ermittelten Stimmungslagen und Einschätzungen sollten nicht nur statistisch verwertet werden, sie dienen darüber hinaus einer Vielzahl an Ämtern und Dienststellen zur Überprüfung und Evaluation der eigenen Dienstleistungen.

Zurück zur Rubrik Kölner Wirtschaft

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Kölner Wirtschaft

Köln | Der Kölner Eventlocation-Veranstalter „KölnKongress“, der zu 51 Prozent der Stadt Köln und 49 Prozent der Kölnmesse gehört, feiert 25-jähriges Jubiläum und legt folgende Zahlen vor: In 25 Jahren kamen nach Angaben des Unternehmens 21 Millionen Gäste zu 64.000 Veranstaltungen.

digital_pixabay_14022018

Köln | Bereits zum dritten Mal hat das Prognos-Institut die Kultur- und Kreativwirtschaft von Köln und seinem Umland unter die Lupe genommen. In kaum einer anderen deutschen Metropole ist diese Branche so breit und facettenreich aufgestellt. Allerdings gibt es auch Schatten über der ansonsten so robusten Wachstumsbranche.

foodora_ehu_02122018

Köln | aktualisiert | Sie fahren bei Wind und Wetter, um leckeres Essen ins Haus zu liefern. Doch Bezahlung und Arbeitsbedingungen für die Fahrradkuriere von foodora und Deliveroo sind mies. Am Samstag demonstrierten sie in Köln ebenso wie in München, Stuttgart, Augsburg, Hamburg und Berlin mit Unterstützung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) dagegen und gegen zahlreiche Gesetzesverstöße der Arbeitgeber.

Ehrenamtspreis Köln 2018

ehrenamtspreis_zusammen_31082108neu_klein

Die Kölner Ehrenamtspreisträger 2018

In einer Multimedia-Reportagereihe beschäftigte sich report-K Redakteur Ralph Kruppa im Vorfeld des Kölner Ehrenamtstages am 2. September 2018 mit den Gewinnern des Ehrenamtspreises der Stadt Köln in den Kategorien Einzelpersonen und Vereine/Initiativen. Ergebnis ist eine Serie, die eine beeindruckende Vielfalt an Themen sowie einen Einblick in die Geschichten der einzelnen gewürdigten Persönlichkeiten zeigt.

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS

KARNEVAL NACHRICHTEN