Wirtschaftsnachrichten Kölner Wirtschaft

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Rund jeder fünfte Kölner muss sich einschränken, um über die Runden zu kommen.

Stadtverwaltung legt dritten Themenbericht vor

Köln | Die Stadt Köln hat die dritte von vier geplanten Umfragen unter der Überschrift „Leben in Köln“ veröffentlicht. Der Titel der jüngsten Umfrage lautet: „Erwerbstätigkeit und wirtschaftliche Lage der Bevölkerung“.

Auch in dieser dritten Ausgabe der vierteiligen Serie zum „Leben in Köln“ enthält wieder viele Fragen zur Lebenswirklichkeit der Kölnerinnen und Kölner. Nach den ersten beiden Ausgaben mit den Schwerpunkten „Zufriedenheit“ und „aktive Bürgerschaft“ geht es in der dritten, repräsentativen Umfrage des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik um Erwerbstätigkeit und die wirtschaftliche Lage in der Domstadt.

Atypische Verhältnisse und Befristungen vor allem in den Einstiegsjahren

Die beiden Themenfelder hängen für die Befragten häufig sehr eng beieinander. So gaben knapp die Hälfte der 18- bis 24-Jährigen an, dass ihr Einstieg ins Berufsleben mit einem befristeten Arbeitsvertrag begann, insgesamt sind in Köln 17 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse befristet. Acht der Prozent der Männer und sogar 14 Prozent der Frauen in der jüngeren Altersgruppe sind zudem nicht einmal sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Hier liegt auch der Anteil der so genannten atypischen Beschäftigungsverhältnisse mit 31 Prozent besonders hoch. Auch Ausländer und Frauen haben mit einem Anteil von 23 bzw. 22 Prozent besonders viele atypische Arbeitsverhältnisse. Diese sind in der Regel in Teilzeit bis zu 20 Wochenstunden, nicht sozialversicherungspflichtige oder befristete Tätigkeiten.

Positive Grundstimmung – trotz hoher Armutsgefährdung

In punkto wirtschaftliche Lage geht es der Mehrheit der Kölnerinnen und Kölner gut. So ist jedenfalls deren Wahrnehmung. 61 Prozent gaben ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als positiv an (49 Prozent „gut“ und zwölf Prozent „sehr gut“). Nur etwa elf Prozent sehen ihre eigene Lage als schlecht oder sehr schlecht. Zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) meinen, dass sich an ihrer Lage im kommenden Jahr nichts ändern wird. An eine positive Veränderung ihrer wirtschaftlichen Lage glauben 24 Prozent, an eine Verschlechterung insgesamt 14 Prozent, ergibt ein positives Saldo von immerhin zehn Prozentpunkten.

Knapp ein Viertel der Kölner Bevölkerung (23 Prozent) verfügt über ein monatliches Pro-Kopf-Nettoeinkommen von weniger als 1.066 Euro, das sind weniger als 60 Prozent des Mittleren Einkommens. Gemessen an den Kölner Einkommensverhältnissen gelten sie damit als armutsgefährdet. Junge Menschen sowie Menschen mit Migrationshintergrund haben ein besonders hohes Risiko, in Armut zu geraten.

Ein knappes Viertel (24 Prozent) der Kölner Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren ist von Armut bedroht. Am stärksten betroffen sind Haushalte von Alleinerziehenden: Vier von zehn Alleinerziehenden-Haushalten (40 Prozent) in Köln sind von Armut bedroht. Je mehr Kinder, desto höher das Risiko: Während jeder dritte Haushalt (34 Prozent) eines alleinerziehenden Elternteils mit einem Kind von Armut bedroht ist, trifft dieser Umstand auf knapp 60 Prozent der Haushalte von Alleinerziehenden mit zwei oder mehr Kindern zu. Alleine in Köln gelten rund 46.000 Kinder und Jugendliche als armutsgefährdet.

Aber auch wer einen geregelten Job hat, ist vor Armut nicht gefeit. Rund ein Sechstel (16 Prozent) der Erwerbstätigen sind wegen der niedrigen Löhne ebenfalls armutsgefährdet. Knapp ein Drittel von ihnen befindet sich mit dem zur Verfügung stehenden Haushaltseinkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze. Arbeitslose und Arbeitssuchende haben mit 70 Prozent das höchste Armutsrisiko.

Rund ein Fünftel der Kölner Bevölkerung kommt mit dem verfügbaren Haushaltseinkommen kaum bis gar nicht aus. 17 Prozent der Befragten müssen auf Dinge verzichten, um über die Runden zu kommen. Lediglich vier Prozent teilten mit, dass sie mit dem Geld überhaupt nicht auskommen. Ein knappes Viertel der Kölner kann nichts für's Alter zurücklegen, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage.

Die Umfrage „Leben in Köln“ wurde im Herbst 2016 mit einem Aufruf gestartet. Von den 64.000 angeschriebenen Kölnerinnen und Kölnern hatte rund ein Viertel – etwa 14.400 – den Fragebogen beantwortet zurückgesendet. Der enthielt insgesamt rund 100 Fragen zu den verschiedenen Themenbereichen. Die hier ermittelten Stimmungslagen und Einschätzungen sollten nicht nur statistisch verwertet werden, sie dienen darüber hinaus einer Vielzahl an Ämtern und Dienststellen zur Überprüfung und Evaluation der eigenen Dienstleistungen.

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