Wirtschaftsnachrichten Weltwirtschaft

Konjunkturerwartungen für China sinken weiter

Mannheim | Die Konjunkturerwartungen für China sinken weiter. Nach einer vom 4. bis 18. September durchgeführten Umfrage sank der vom ZEW ermittelte CEP-Indikator für China um 12,8 Punkte und damit zum zweiten Mal in Folge, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. Im Vormonat lag der Rückgang bei 4,8 Punkten.

Der Wert des CEP-Indikators, der auf Basis des China Economic Panel (CEP) erhoben wird und die Konjunkturerwartungen internationaler Finanzmarktexperten für China auf Sicht von zwölf Monaten wiedergibt, liegt damit aktuell bei minus 17,7 Punkten (August 2019: minus 4,9 Punkte). Er notiert seit März 2018 unterhalb des langfristigen Durchschnitts von 1,3 Punkten und seit April 2018 auch so gut wie ununterbrochen unterhalb der Null-Linie. Derzeit gehen knapp 55 Prozent der Teilnehmer von einer mindestens leichten Verschlechterung der Konjunktur im Verlauf der nächsten zwölf Monate aus, lediglich 19,4 Prozent rechnen mit einer mindestens leichten Verbesserung.

Die Punktprognosen für das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) bleiben für das Jahr 2019 bei 6,1 Prozent, für 2020 sinken sie jedoch auf 5,8 Prozent (zuvor: 5,9 Prozent). Die Beurteilung der aktuellen konjunkturellen Situation ist um 3,2 Punkte auf einen neuen Wert von minus 9,7 Punkten gestiegen. Die derzeitige Lage beurteilen rund 45 Prozent der Umfrageteilnehmer als normal, 32,3 Prozent als schlecht und 19,4 Prozent als gut.

Die relativ pessimistische Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung der chinesischen Wirtschaft macht sich auch bei den Prognosen für die wichtigsten Industrieregionen bemerkbar. So liegen die Erwartungsindikatoren für Guangzhou, Shenzhen, Tianjin und Chongqing inzwischen zweistellig im negativen Bereich. Die Teilnehmer der Umfrage gehen daher für die kommenden zwölf Monate von einer deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in diesen Regionen aus.

"Überraschenderweise wird die künftige wirtschaftliche Entwicklung in Hong Kong trotz der lange andauernden Unruhen mit einem Indikatorwert von minus 3,9 Punkten noch relativ gut eingeschätzt", sagte Michael Schröder, Senior Researcher im Forschungsbereich "Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement" am ZEW. Zahlreiche Experten gingen wohl von einer schnellen wirtschaftlichen Erholung nach einem Ende der Protestaktionen aus. Vor etwa einem Monat kam es zu einer für viele Beobachter überraschenden Abwertung des chinesischen Yuan im Verhältnis zum US-Dollar. Diese Abwertung hat sich, wie von den Experten vorhergesagt, weiter fortgesetzt. Auch vom jetzigen Niveau des Wechselkurses (zirka 7,09 Yuan/USD) soll der Yuan weiter abwerten. Auf Sicht von drei Monaten wird der Wechselkurs bei 7,16 Yuan/USD gesehen, in einem Jahr bei 7,26 Yuan/USD. Dies dürfte die Exportwirtschaft Chinas entlasten, könnte aber auch zu einer Vertiefung des Handelskonflikts mit den Vereinigten Staaten beitragen, so das ZEW.

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