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Ökonomen rechnen mit "goldenem Jahrzehnt" für Frankreich

Berlin | Führende europäische Ökonomen rechnen damit, dass Frankreich Deutschland in den kommenden Jahren bei der Wachstumsdynamik überholen wird. "Frankreich hat ein goldenes Jahrzehnt vor sich und wird Deutschland schon bald als Wachstumslokomotive an der Spitze der Währungsunion ablösen", sagte Holger Schmieding, Chefökonom von Berenberg, der "Welt am Sonntag".

Dass Frankreich womöglich schon ab 2019 oder 2020 im Vergleich zu Deutschland als Wachstumssieger dastehen könnte, schreibt der Ökonomen auch dem Umstand zu, dass es hierzulande an überzeugenden Reformprogrammen für die Zukunft fehle: "Deutschland fällt von Großer Koalition zu Großer Koalition weiter zurück. Dem Land geht es so gut, dass sich die Politik mehr um Wohltaten als um Reformen kümmert." Er ist daher überzeugt davon, dass Deutschland in den kommenden zehn Jahren ins obere Mittelfeld in Europa abrutschen und den Platz an der Spitze der großen Länder an Nachbar Frankreich abgeben wird. "Deutschland geriert sich wie ein Spitzensportler, der so weit vor den anderen ist, dass er meint, weniger trainieren zu müssen. Frankreich hingegen ist dabei, kräftig zu trainieren - und wird Deutschland daher im Wettbewerb um die Goldmedaille schlagen", urteilte Schmieding. Bruno Cavalier, Chefökonom von Oddo-BHF, sieht die Wachstumsaussichten für Frankreich schon für das laufende Jahr äußerst optimistisch: "Frankreich steht vor einem Comeback", sagte er. Der Ökonom rechnet damit, dass Frankreich in diesem Jahr bei der Wirtschaftsleistung ein Plus von 2,4 Prozent schaffen wird.

Es wäre das stärkste Wachstum seit elf Jahren. Auch an den Finanzmärkten habe sich der Blick auf Frankreich seit dem Beginn der Amtszeit Macrons spürbar geändert, konstatierte Didier Saint-Georges, Chefstratege des Vermögensverwalters Carmignac: "Bemerkenswert ist, dass die Ergebnisse all der Reformen erst mittelfristig Ergebnisse zeigen werden, aber bereits jetzt eine psychologische Wirkung haben." Zuletzt ist in Frankreich die Stimmung von Verbrauchern und Unternehmen spürbar gestiegen, und auch auf dem Arbeitsmarkt gibt es bereits erste Anzeichen für eine Wende zum Besseren.

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