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Standard-Chartered-Chef warnt vor Konjunktureinbruch in den USA

London | Der Vorstandschef der britischen Großbank Standard Chartered, Bill Winters, hat vor einem möglichen Konjunktureinbruch in den USA gewarnt. "Die Situation ist sicherlich prekär", sagte Winters dem "Handelsblatt". "Die USA sind schon sehr weit im Konjunkturzyklus fortgeschritten und müssten statistisch gesehen eigentlich auf eine Abkühlung zusteuern."

Eine derartige Abkühlung sei allerdings durch die sehr niedrigen Zinsen und die Wachstumsrhetorik der neuen Regierung für einige Zeit hinausgezögert worden, ergänzte der ehemalige JPMorgan-Banker, der seit 2015 Standard Chartered steuert. "Was heißen könnte, dass eine Korrektur, wenn sie denn kommt, deutlich ausfallen könnte." Zum geplanten Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union sagte Winters, er hoffe auf einen sehr weichen Brexit, der es Großbritannien erlauben würde, so weit wie möglich am Binnenmarkt teilzuhaben.

"Das mag heute beinahe utopisch klingen, aber es wäre die beste Lösung für alle Beteiligten." Standard Chartered hatte vor einigen Wochen als eine der ersten Großbanken angekündigt, wegen des Brexits ihre Europazentrale in Frankfurt aufzubauen. "Am Ende lief es darauf hinaus, dass wir eine Entscheidung unter der Annahme treffen mussten, dass es zu einem harten Brexit kommt, also zum Worst Case", sagte Winters.

"Was für uns heißen würde, dass wir in Kontinentaleuropa einen Ableger mit einer eigenen Banklizenz brauchen." "Die Banken brauchen die vollen zwei Jahre, in denen die EU und Großbritannien über den Brexit verhandeln, um sich darauf vorzubereiten. Wir haben also keine Zeit abzuwarten, sondern müssen handeln, ohne zu wissen, wie das Endergebnis aussehen wird", ergänzte der Bankchef.

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