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Top-Ökonomen fürchten faulen Kompromiss bei EZB-Chefsuche

Frankfurt/Main | Angesichts von gleich fünf neu zu besetzenden Spitzenämtern in der EU warnen führende Ökonomen davor, das Amt des künftigen EZB-Präsidenten an einen Kompromisskandidaten zu vergeben. In Brüssel werden harte Verhandlungen erwartet, die stark von unterschiedlichen nationalen Interessen geprägt sind. "Alle sollten sich doch einig sein, dass in erster Linie die Qualifikation und nicht die Nationalität zählt", sagte Michael Heise, Chefökonom der Allianz, der "Welt am Sonntag".

Ähnlich äußerte sich der Frankfurter Wirtschaftsweise Volker Wieland: "Als EZB-Präsident benötigen wir jetzt einen erfahrenen Ökonomen. Wenn das nicht der Fall wäre, hätte ich schwere Bauchschmerzen", sagte er der Zeitung. Er bezweifle, dass dieser Posten jetzt von jemand erfolgreich ausgefüllt werden kann, "der nicht auf längere Erfahrung im EZB-Rat zurückblickt".

Selbst einige Politikern in Brüssel warnen vor einem Brüsseler Kuhhandel. "Es sollte nicht Proporz, sondern Qualität das entscheidende Auswahlkriterium sein", sagt der EU-Abgeordnete und CSU-Wirtschaftsexperte, Markus Ferber. Ende Oktober wird der amtierende EZB-Präsident Mario Draghi das Amt abgeben.

Die Neubesetzung fällt zeitlich ausgerechnet mit dem bevorstehenden Wechsel an der Spitze der EU-Kommission und weiteren wichtigen Posten in Europa zusammen. Unter Ökonomen gilt das EZB-Präsidentenamt als der entscheidende Posten für die Zukunft in Europa. Wer die EZB lenkt, bestimmt über die Geschicke der Geldpolitik.

Und damit über eine Institution, die unabhängig von der Politik agiert, und die das wirtschaftliche Leben von gut 340 Millionen Europäern prägt. Wichtig ist aus Sicht der der "Welt am Sonntag" befragten Experten daher vor allem die ökonomische Eignung des künftigen Draghi-Nachfolgers.

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