Wirtschaftsnachrichten Wirtschaft Deutschland

Bericht: Thyssenkrupp-Chef kündigt Sparpaket an

Essen | In einem Brandbrief an die Mitarbeiter hat der Vorstandsvorsitzende von Thyssenkrupp, Guido Kerkhoff, am Freitag vergangener Woche laut eines Medienberichts ein fast schon verzweifelt anmutendes Sparpaket angekündigt. Die "angespannte Ergebnissituation" und die "aktuelle konjunkturelle Entwicklung" machten es nötig, über die bereits eingeleiteten Umstrukturierungsprogramme hinaus auch "kurzfristige Einsparpotenziale zu realisieren", heißt es in dem Brief, über den der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. So habe Kerkhoff einen "sofortigen Einstellungsstopp" für die Konzernverwaltung verhängt.

Jede Ausnahme müsse ab sofort vom Vorstand genehmigt werden. Ferner sollen Reisen, Tagungen und Veranstaltungen auf das "Nötigste begrenzt" und wenn möglich in konzerneigenen Räumen durchgeführt werden. Projektkosten, zumal externe Kosten für Berater, sollen so weit wie möglich "reduziert, gekürzt oder ganz abgesagt werden", heißt es in dem Brief weiter.

Selbst die Bestellung von Hardware und Büromaterial will der Vorstand einschränken. Der Konzern versuche schon länger, Lieferantenrechnungen - falls möglich - zu strecken, berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf Brancheninsider. Mit dem Gesamtpaket der Spar- und Umstrukturierungsmaßnahmen wolle Kerkhoff offenbar weitere Gewinnwarnungen und einen Absturz des Aktienkurses verhindern.

Im Konzern will man davon nichts wissen: Der Brief werde dort als Signal an die Mitarbeiter gewertet, die vor Wochen bereits eingeleiteten Maßnahmen nun zügig umzusetzen, berichtet das Nachrichtenmagazin weiter. Kerkhoff hatte den Chefposten bei Thyssenkrupp im Juli 2018 von Heinrich Hiesinger übernommen. Nach der geplatzten Stahlfusion mit dem indischen Großkonzern Tata Steel im Mai dieses Jahres hatte er eine neue Unternehmensstrategie versprochen.

Bislang jedoch ist der Umbau des Industriekonzerns nicht über die Ankündigung hinausgelangt. Nach der schlechten Wertentwicklung der vergangenen Monate könnte dem Gründungsmitglied des DAX sogar ein Abstieg in die Börsen-Zweitklassigkeit drohen, berichtet der "Spiegel".

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