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Corona-Schutz in Betrieben macht Bund und Gewerkschaften Sorgen

Berlin | Regierung und Gewerkschaften kritisieren den zum Teil unzureichenden Corona-Schutz in Betrieben.

"Wir haben mit entsprechenden Arbeitsschutzverordnungen schnell reagiert und stellen fest, dass die Unternehmen viel tun, um die Infektionszahlen so gering wie möglich zu halten", sagte Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, der "Welt am Sonntag". Aber man sehe auch Ausnahmen.

"Im Bereich von Liefer- oder Plattformdiensten, zum Teil in der Landwirtschaft oder bei kleinen Betrieben." Nach einer Mitgliederbefragung der IG Metall zu den Schutzmaßnahmen zeigt sich mehr als ein Fünftel der Beschäftigten damit unzufrieden. "Dabei wird teilweise die mangelhafte Umsetzung notwendiger Schutzkonzepte durch die Arbeitgeber kritisiert, teils aber auch die mit den Maßnahmen einhergehenden zusätzlichen Belastungen - etwa durch das überlange Tragen von Schutzmasken ohne angemessene Erholungsdauer", sagte Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, der Zeitung.

Nun räche sich, dass "die Gefährdungsbeurteilung als verpflichtendes Instrument für den Arbeitsschutz in vielen Betrieben immer noch ein Fremdwort" zu sein scheine. "Diese Rechtsverweigerung ist skandalös", sagte Urban. Das Problem sei, dass Unternehmen kaum entsprechende Kontrollen fürchten müssten, heißt es beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

Das Arbeitsschutzkontrollgesetz von Arbeitsminister Hubertus Heil sei ein guter Anfang und schaffe klare Verantwortlichkeiten in den Betrieben, sagte DGB-Bundesvorstand Anja Piel, der "Welt am Sonntag". "Für die Mindestbesichtigungsquote von lediglich fünf Prozent der Betriebe pro Jahr bis 2026 gilt aber: zu spät und zu wenig, da braucht es mehr Engagement der Länder", sagte die Gewerkschafterin. "Wenn im Schnitt nur alle 25 Jahre ein Aufsichtsbeamter zur Betriebsbesichtigung vorbeikommt, dann ist das zu wenig, ob mit oder ohne Pandemie."

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