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DIW rechnet mit Ende des Booms beim Wohnungsneubau - Baupreise steigen

Berlin |aktualisiert | Der Boom beim Neubau von Wohnungen in Deutschland geht zu Ende. Damit rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seiner neuen Prognose für das Bauvolumen, über die die "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochsausgabe) berichtet. "Im Wohnungsbau kündigt sich das Ende des Neubaubooms an", heißt es in der Studie des DIW, die das Berliner Institut jedes Jahr im Auftrag des Bundesbauministeriums und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung erstellt.

Nach Wachstumsraten von jährlich teilweise mehr als zehn Prozent dürfte der Zuwachs bei den Neubauten von Wohnungen "stark an Dynamik verlieren", stellen die DIW-Forscher Martin Gornig und Claus Michelsen in ihrer Untersuchung fest. Unterm Strich werden der Prognose zufolge die Investitionen für den Wohnungsneubau nach Abzug der Preissteigerungen 2018 um knapp fünf Prozent und 2019 um nur noch knapp ein Prozent zulegen. Für das Ende des Booms sehen die DIW-Forscher mehrere Gründe: Das ohnehin schon knappe Bauland in den gefragten Lagen der großen Städte wird noch knapper.

Die Bauwirtschaft arbeitet an der Grenze ihrer Kapazitäten. Neues Personal einzustellen, fällt den Betrieben aber schwer, auch weil anderswo in Europa Fachleute fürs Bauen zunehmend gesucht sind. "Konnten in den vergangenen Jahren fehlende Arbeitskräfte relativ problemlos aus der Europäischen Union rekrutiert werden, dürfte dies zunehmend schwerer fallen", heißt es in der Studie.

Die Baupreise dürften laut DIW wegen der starken Nachfrage auch 2018 und 2019 voraussichtlich um jährlich mehr als drei Prozent zulegen. Die Zahl der genehmigten Wohnungsneubauten stagniert. "Der Eigenheimbau dürfte zudem unter den perspektivisch wieder steigenden Zinsen und den erheblich gestiegenen Bodenpreisen leiden", schreiben die DIW-Experten.

Das Berliner Institut rät jedoch davon ab, schnell eine großzügige Förderung, wie etwa eine neue Sonderabschreibung für den Mietwohnungsbau, zu beschließen. Eine pauschale Förderung würde in der aktuellen konjunkturellen Lage nur dazu führen, dass Baufirmen und Verkäufer von Grundstücken und Immobilien noch höhere Preise verlangen. Großes Potenzial sehen die DIW-Forscher dafür im Aufstocken von Gebäuden, der Bebauung in der zweiten Reihe und im Schließen von Baulücken. "Mit einer Investitionszulage für die Nachverdichtung könnte die Politik zusätzliche Investoren aktivieren", sagte DIW-Experte Michelsen.

Baupreise für Wohngebäude weiter gestiegen

Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland sind im November 2017 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,4 Prozent gestiegen. Das sei der höchste Anstieg der Baupreise seit zehn Jahren (November 2007: + 5,8 Prozent), teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mit. Im August 2017 hatte der Preisanstieg im Jahresvergleich bei 3,1 Prozent gelegen.

Von August 2017 auf November 2017 erhöhten sich die Baupreise um 0,7 Prozent. Alle Preise beziehen sich auf Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Umsatzsteuer. Die Preise für Rohbauarbeiten an Wohngebäuden stiegen von November 2016 bis November 2017 um 3,8 Prozent.

Unter den Rohbauarbeiten stiegen die Preise für Erdarbeiten um 5,1 Prozent. Für Gerüstarbeiten erhöhten sie sich um 4,8 Prozent und für Betonarbeiten um 4,5 Prozent. Klempnerarbeiten waren um 4,3 Prozent teurer als im November 2016. Die Preise für Ausbauarbeiten nahmen im November 2017 gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent zu, teilten die Statistiker weiter mit.

Unter den Ausbauarbeiten stiegen die Preise für Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen um 4,3 Prozent, für Nieder- und Mittelspannungsanlagen um 4,2 Prozent und für Metallbauarbeiten um 4,0 Prozent. Für Wärmedämm-Verbundsysteme erhöhten sie sich im November 2017 um 3,8 Prozent. Die Preise für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen) waren im November 2017 um 3,7 Prozent höher als im Vorjahr.

Die Neubaupreise für Bürogebäude stiegen ebenfalls um 3,7 Prozent. Für gewerbliche Betriebsgebäude erhöhten sie sich gegenüber November 2016 um 3,8 Prozent. Im Straßenbau stiegen die Preise binnen Jahresfrist um 4,6 Prozent.

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