Berlin | Der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, hat für umfangreiche Reformen in der Europäischen Union geworben: Dafür sollten Änderungen der europäischen Verträge kein Tabu sein, sagte Kempf am Dienstag in Berlin. „Europa braucht mehr Disziplin bei Reformen und in der Haushaltspolitik sowie stärkere europäische Institutionen. Dazu zählen ein eigener Haushalt für die Eurozone und ein Euro-Finanzminister.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich zumindest offen für die Vorschläge: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, könne man über einen Euro-Finanzminister nachdenken, sagte Merkel am Dienstag beim Tag der Deutschen Industrie in Berlin. Auch ein Eurozonen-Budget komme infrage, wenn man damit Strukturen stärke. BDI-Präsident Kempf äußerte sich auch zu den am Montag gestarteten Brexit-Verhandlungen: Hier sehe er besonders die britische Regierung in der Verantwortung, den Schaden für Wirtschaft und Bürger auf beiden Seiten des Kanals zu begrenzen.

„Premierministerin Theresa May sollte bedenken: Der harte Brexit-Kurs ist abgewählt worden“, so Kempf. Besonders die britische Wirtschaft werde unter der Trennung leiden. Merkel sagte mit Blick auf den Brexit: „Wir dürfen uns in Europa nicht auseinanderdividieren. Jetzt gilt es zusammenzustehen.“

Autor: dts