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Dobrindt will Tegel offen halten

Berlin | Wenige Tage vor dem umkämpften Volksentscheid in Berlin an diesem Sonntag entbrennt neuer Streit um die Zukunft des Hauptstadt-Flughafens Tegel: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach sich am Dienstag erneut dagegen aus, Tegel zu schließen, wenn der künftige Flughafen BER nach jahrelanger Verzögerung in Betrieb genommen wird. "Hauptstädte mit mehr als einem Flughafen sind keine Seltenheit. Ich halte eine Hauptstadt mit zwei Flughäfen für gut vorstellbar", sagte Dobrindt der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochsausgabe).

"Darüber nachzudenken darf auch für Berlin nicht verboten sein." Nach Ansicht des Verkehrsministers drohen andernfalls Probleme für den wachsenden Luftverkehr. "Schon heute ist klar, dass der BER ein Kapazitätsproblem bekommt, deswegen befasst sich der Aufsichtsrat mit Lösungsvorschlägen."

Klar sei aber auch, dass die Beschlüsse zur Schließung des Flughafens Tegel nach der Inbetriebnahme des BER mehr als 20 Jahre alt seien. Sie zeigten deutlich die damaligen Fehleinschätzung für das Luftverkehrswachstum in Berlin. "Wir müssen uns den aktuellen Realitäten und Wachstumszahlen stellen", forderte Dobrindt.

Die neuen Äußerungen sind wenige Tage vor der Bundestagswahl auch politisch als brisant. Denn Dobrindt stellt sich damit gegen das Votum von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die sich deutlich für die Schließung Tegels ausgesprochen hat. Die Regierungschefin und Bundesvorsitzende der CDU verwies dabei auf die Rechtslage, die nach ihrem Verständnis keine andere Lösung zulasse.

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