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Ergo wehrt sich gegen Kritik an Verkaufsplänen

Düsseldorf | Der Versicherer Ergo ist Bedenken entgegengetreten, dass bei dem umstrittenen, möglichen Verkauf von sechs Millionen Lebensversicherungen die Interessen der Kunden nicht gewahrt würden. "Wir sind ein international agierendes Unternehmen mit Sitz in Deutschland und müssen unsere Reputation im Blick behalten", sagte der Vorstandschef von Ergo Deutschland, Achim Kassow, dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe). "Wir haben darum ein ureigenes Interesse, dass wir – wenn es einen Eigentümerwechsel geben sollte – dies mit respektierten Partnern machen."

Nur wenn "als Ergebnis unserer Prüfung herauskommt, dass wir eine langfristig tragfähige Lösung finden, können wir diesen Weg einschlagen", sagte er. Das Düsseldorfer Unternehmen hatte Ende September erklärt, dass es einen Verkauf der beiden Töchter Ergo Leben und Victoria Leben erwäge, und Anfang November großes Interesse an dem Bestand bestätigt. Eine Veräußerung wäre der bisher größte Wechsel eines Lebensversicherungsbestandes in der Geschichte der Bundesrepublik.

Als Interessenten werden unter anderem Swiss Re, der Finanzinvestor Cinven sowie die britische Resolution Group gehandelt. Der Bund der Versicherten hatte vor drastischen Folgen für die Versicherten gewarnt und die Unionsfraktion im Bundestag erst kürzlich angekündigt, den Verkauf von nicht mehr rentablen Versicherungsbeständen nicht mehr tatenlos hinnehmen zu wollen. Ergo-Manager Kassow sagte jedoch, dass der Versicherer sich seiner Verantwortung bewusst sei.

Anfang November hatte Ergo erste Angebote eingesammelt und angekündigt, eine Prüfung werde mindestens bis Ende November dauern. Erst dann werde entschieden, ob der Versicherer den Verkaufsprozess fortsetzen werde. Der Preis sei dabei nicht das wichtigste Kriterium, so Kassow.

Ergo wolle den Interessen von Kunden, Eigentümern, Mitarbeitern und Vertriebspartnern "bestmöglich bei unserer Entscheidung Rechnung tragen". Ungeachtet der Unruhe, die die Prüfung mit sich bringt, geht der Deutschlandchef davon aus, dass die Ergo-Versicherung ihr Gewinnziel im laufenden Jahr erreichen werde.

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