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Geschäftsreisende fürchten weiter hohe Ticketpreise bei Lufthansa

Berlin | Der Geschäftsreiseverband VDR hat zurückhaltend auf die Ankündigung von Lufthansa-Chef Carsten Spohr reagiert, wonach bei zusätzlichen innerdeutschen Flügen ab Januar die Ticketpreise wieder sinken sollen: "Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, was diese Versprechen wert sind", sagte VDR-Hauptgeschäftsführer Hans-Ingo Biehl dem "Handelsblatt" (Mittwoch). "Wir sind da eher skeptisch und werden die Entwicklungen in Bezug auf Frequenzen, Ticket-Verfügbarkeit und Preis jedenfalls sehr genau unter die Lupe nehmen." Biehl forderte, die Europäische Kommission solle den Antrag der Lufthansa auf Teilübernahme der Air Berlin "im Sinne des Wettbewerbs Strecke für Strecke sehr genau prüfen - ohne jedoch das Verfahren unnötig in die Länge zu ziehen".

Der Flugbetrieb müsse "im Interesse der Unternehmen auch auf dezentralen und weniger lukrativen Strecken aufrechterhalten und die frei werdenden Slots regelkonform vergeben werden". Mit Blick auf die aktuelle Preissituation bei Lufthansa-Tickets sagte Biehl: "Gerade bestätigt sich leider das, was wir bereits vor einigen Monaten befürchtet haben." Eine wachsende Marktmacht gehe mit steigenden Preisen einher, insbesondere auf Routen ohne echten Wettbewerb.

"Hinzu kommt", so der VDR-Hauptgeschäftsführer, "dass die Preise allein schon aufgrund der geringeren Ticket-Verfügbarkeit auf den ehemaligen Air-Berlin-Strecken steigen." Hier greife dann das Ertragsmanagement der Airlines, "eine simple Kalkulation aus Angebot und Nachfrage".

Verbraucherschützer: Lufthansa-Ticketpreise Fall fürs Bundeskartellamt

Die drastisch gestiegenen Ticketpreise bei der Lufthansa sind nach Ansicht des Chefs des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, ein Fall für das Bundeskartellamt. "Wenn die Flugpreise entgegen aller Beteuerungen steigen, war die Übernahme von Air-Berlin durch Lufthansa ein schlechter Deal für die Fluggäste", sagte Müller dem "Handelsblatt" (Mittwoch). "Jetzt ist das Bundeskartellamt gefragt, den Markt und die Preisentwicklung auf den einzelnen Strecken zu prüfen."

Es müsse verhindert werden, dass Lufthansa Ticketpreise unverhältnismäßig in die Höhe treibe. "Ich halte es deshalb für geboten, dass die Behörde jetzt prüft, ob sie ein Verfahren wegen Marktmachtmissbrauchs einleitet." Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung sieht das Bundeskartellamt am Zug.

"Die künftige Preisentwicklung für Flugreisen auf innerdeutschen Strecken bedarf sicherlich einer genauen Beobachtung", sagte Landes-Verbraucherschutzministerin Christina Schulze Föcking (CDU) dem "Handelsblatt". "Sollte sich der Trend der Preissteigerung wegen des fehlenden Wettbewerbs auf dem innerdeutschen Markt verfestigen, wird das Bundeskartellamt prüfen müssen, ob es eine Sektor-Untersuchung einleitet."

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