Wirtschaftsnachrichten Wirtschaft Deutschland

herbst_pixabay_29112020

IW: Staat zahlt zehn Milliarden Euro zu viel an Corona-Hilfen

Berlin | Die November- und Dezemberhilfen des Bundes werden um zehn Milliarden Euro höher ausfallen als notwendig. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Demnach verdienen die betroffenen Betriebe, vor allem aus der Gastronomie und dem Veranstaltungsgewerbe, dank der Entschädigung des Staates in vielen Fällen mehr Geld, als wenn sie geöffnet hätten.

Das IW geht mit Verweis auf Zahlen der Bundesbank davon aus, dass bei den betroffenen Branchen im Durchschnitt die Hälfte der Kosten variabel sind, also gar nicht erst anfallen, wenn die Betriebe geschlossen sind, dennoch werden pauschal allen Betrieben 75 Prozent des Umsatzes des Vergleichsmonats 2019 ersetzt. Zwar gebe es Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen, über alle Betroffenen hinweg würde aber rund jeder dritte Euro der für November und Dezember von der Bundesregierung veranschlagten rund 30 Milliarden Euro zu viel gezahlt. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) deutet an, dass die betroffenen Branchen nicht über den Dezember hinaus mit dieser Art von Hilfen rechnen können.

"Damit ist keineswegs eine neue Automatik begründet. Wir werden uns Gedanken machen müssen, was wir machen, wenn wir längere weitreichende Beschränkungen brauchen", sagte Altmaier der "Welt am Sonntag". Die angekündigten Hilfen für November und Dezember verteidigte er allerdings: "Natürlich ist die Orientierung am Umsatz nicht hundertprozentig gerecht, aber kein Kriterium kann für absolute Gerechtigkeit in jedem Einzelfall sorgen", sagte er der Zeitung.

Deutliche Kritik kommt von der Opposition. "Wir brauchen Corona-Hilfen, die auch langfristig gerecht funktionieren und bei denen verantwortlich mit Steuergeldern umgegangen wird", sagte Claudia Müller, Mittelstandsbeauftragte der Grünen-Fraktion im Bundestag. Es könne nicht sein, dass bei den Einen viel zu viel und bei anderen, wie zum Beispiel Solo-Selbstständigen oder dem Einzelhandel viel zu wenig ankomme.

Christian Dürr, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP, hält eine dauerhafte steuerliche Entlastung für die deutlich bessere Strategie. Auch Linke-Fraktionsvorsitzender Dietmar Bartsch fordert die Bundesregierung zu Korrekturen auf: "Falls es nachweislich zu Überkompensierungen kommen sollte, muss das korrigiert werden", sagte er der Zeitung.

Zurück zur Rubrik Wirtschaft Deutschland

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Wirtschaft Deutschland

Berlin | Das Bundesfinanzministerium hat kurz nach der Pleite von Wirecard Optionen geprüft, mit denen es den Aschheimer-Konzern mit Steuergeld hätte retten können. Das sagte ein Sprecher des Ministeriums dem Wirtschaftsmagazin "Business Insider" (Mittwochausgabe). Eine Rettungs-Variante, die das Ministerium demnach erwogen hat, war die Aktivierung von Mitteln aus Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF), die eigentlich Unternehmen zugutekommen sollten, die wegen der Coronakrise in Schieflage geraten sind.

e_auto_pixabay_16012021

Berlin | Ein Verbot von Verbrennungsmotoren ist nach einer Studie des Center Automotive Research (CAR) ökonomisch sinnvoll.

Berlin | Der Handelsverband Deutschland (HDE) reagiert mit Empörung auf Äußerungen von Bundesfinanzminister Olf Scholz (SPD), wonach die unvollständige Ausschöpfung der Corona-Hilfen eine verbesserte Lage der Betriebe widerspiegele.

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >