Wirtschaftsnachrichten Wirtschaft Deutschland

Kemmerich-Wahl: DIW-Ökonom fürchtet wirtschaftliche Folgen

Berlin | Der Forschungsdirektor am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Alexander Kritikos, hat vor wirtschaftlichen Folgen nach der Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum thüringischen Ministerpräsidenten gewarnt. "Dieses Vorgehen schadet dem Ansehen Deutschlands in der Welt", sagte Kritikos dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe). Abgeordnete der CDU hätten ohne Not den Kandidaten einer anderen Partei zum Ministerpräsidenten in Thüringen gewählt, obwohl den Parlamentariern bewusst gewesen sei, dass die AfD gleiches tun werde.

"Das hat negative Auswirkungen, auch außerhalb von Thüringen – auch für den Bund", so der DIW-Forschungsdirektor weiter. Denn vor allem im Ausland werde man sich fragen: "Was kommt als nächstes?" Diese Wahl werde als Signal verstanden werden, "dass die Partei bereit ist, die von ihr selbst ausgesprochenen Tabus ohne weiteres zu brechen, wenn es um Machtgewinn oder Machterhalt geht", sagte Kritikos. Wenn heute in Thüringen, warum dann nicht morgen im Bund, wo die CDU seit 15 Jahren durchweg regiere.

"Solche Befürchtungen lassen sich gerade im Ausland nur sehr schwierig wieder einfangen", so der DIW-Ökonom weiter. Daher sei mit der Wahl im thüringischen Parlament "nicht der Standort Thüringen, sondern der Standort Deutschland beschädigt" worden. Auch im wirtschaftlichen Kontext gehe es vor allem um Vertrauen und Reputation.

"Wenn Deutschland als Standort in der Liga der innovativen Länder und der Plattform-Ökonomien weiter eine zentrale Rolle einnehmen will, wird das Land unter anderem in der Zukunft immer mehr auf den freien Zuzug von Fachkräften aus aller Welt angewiesen sein", sagte Kritikos dem "Handelsblatt". Und dafür brauche das Land eine "uneingeschränkt gute Reputation" im Umgang mit ausländischen Bürgern. Ebenso müssten die nach Deutschland ziehenden Menschen darauf vertrauen können, dass ihr Leben in Deutschland auch in Zukunft ebenso gut geschützt sein werde wie das Leben aller Inländer.

"Das Vertrauen in Deutschland, auch zukünftig uneingeschränkt attraktiv für Ausländer zu sein und diesen Schutz auch zukünftig uneingeschränkt zu gewähren, wurde mit dieser Wahl erschüttert", so der DIW-Ökonom.

Zurück zur Rubrik Wirtschaft Deutschland

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Wirtschaft Deutschland

Erlangen | Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers will das US-Unternehmen Varian übernehmen. Das teilte Siemens Healthineers am Sonntag mit. Demnach wurde eine Vereinbarung abgeschlossen, wonach das deutsche Unternehmen sämtliche Aktien von Varian für 177,50 US-Dollar pro Aktie in bar erwerben soll.

schwarzarbeit_02082020

Linz | Die Schwarzarbeit in Deutschland nimmt durch die Coronakrise zu. Nach einer Berechnung des Wirtschaftswissenschaftlers Friedrich Schneider von der Johannes-Kepler-Universität in Linz für die "Welt am Sonntag" erhöht sich der Anteil der Schwarzarbeit am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr von rund neun auf elf Prozent. Das entspreche einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 32 Milliarden Euro auf 348 Milliarden Euro.

Daimler reduziert Arbeitszeit

Stuttgart | Der Autobauer Daimler will als Folge der Coronakrise die Arbeitszeit für einen Großteil der Beschäftigten für ein Jahr reduzieren. Auf ein entsprechendes Maßnahmenpaket habe sich die Unternehmensleitung und der Gesamtbetriebsrat geeinigt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Damit wolle man der "besonderen wirtschaftlichen Belastung durch die Corona-Pandemie" Rechnung tragen und die Beschäftigung weiter sichern.

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >