Wirtschaftsnachrichten Wirtschaft Deutschland

KfW verkauft 100 Millionen Euro schwere Wirecard-Forderung

Frankfurt/Main | Die Staatsbank KfW versucht, ihren Schaden im Wirecard-Skandal zu begrenzen. Laut eines Berichts der "Süddeutschen Zeitung" (Wochenendausgabe) hat eine KfW-Tochter, die der Wirecard AG 100 Millionen Euro geliehen hatte, ihren Rückzahlungsanspruch ganz oder teilweise veräußert. Käufer ist eine Gesellschaft aus Dublin in Irland.

Das geht der SZ zufolge aus dem Insolvenzbericht über Wirecard hervor, den Insolvenzverwalter Michael Jaffé diese Woche beim Amtsgericht München eingereicht hat. Laut SZ ist davon auszugehen, dass die KfW-Tochter nur einen Bruchteil der 100 Millionen Euro bekommen hat. Bei solchen Deals ist ein hoher Preisabschlag üblich, der Käufer übernimmt nicht das volle Risiko.

Wie groß dieser Nachlass ist, will die KfW-Tochter nicht sagen. Über die "konkreten Konditionen wurde wie üblich bei entsprechenden Verkäufen Stillschweigen vereinbart", teilt ein KfW-Sprecher auf Anfrage mit. Der Wirecard-Kredit der Staatsbank dürfte in der kommenden Woche auch im Bundestag zur Sprache kommen, wenn die Regierung erneut Auskunft geben soll, wie es zu dem Skandal kommen konnte.

Oppositionspolitiker hatten schon vor Wochen beklagt, dass wegen des Kredits für Wirecard "Steuergelder im Feuer" stünden. Die irische Gesellschaft kauft Wirecard-Forderungen auf und hofft, dass Insolvenzverwalter Jaffé bei der Abwicklung des Konzerns erfolgreich ist und den Gläubigern noch einiges zurückzahlen kann. Außer der KfW haben auch andere Geldgeber von Wirecard ihre Ansprüche mit höchstwahrscheinlich hohen Abschlägen verkauft.

Die Gesellschaft aus Irland ist laut Insolvenzgutachten mit Forderungen in Höhe von mehr als 769 Millionen Euro inzwischen größter Gläubiger des Pleitekonzerns. Die Wirecard AG hat laut SZ-Bericht insgesamt Schulden in Höhe von mehr als 3,2 Milliarden Euro. Angesichts eines Vermögens von lediglich mehr als 400 Millionen Euro beträgt die Überschuldung laut Jaffé 2,8 Milliarden Euro. Laut Insolvenzgutachten fordern die Finanzbehörden 27 Millionen Euro an zu Unrecht in Anspruch genommenen Vorsteuer-Erstattungen zurück, inklusive Zinsen. Zudem soll Wirecard dem Fiskus noch 6,3 Millionen Euro an Steuern schulden.

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