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Krankenkassen beenden 2019 mit Verlust

Berlin | Die gesetzlichen Krankenkassen haben in diesem Jahr das erste Mal seit 2015 wieder Verlust gemacht. "Das Defizit für 2019 wird über eine Milliarde Euro betragen", sagte die Vorstandschefin des Verbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgaben). Die meisten Krankenkassen müssten ihren Zusatzbeitrag 2020 aber noch nicht erhöhen.

Erst ab 2021 werde es wohl zu höheren Beiträgen kommen, kündigte sie an. Die Verbandschefin nannte die Entwicklung "alarmierend", weil auch Rekordeinnahmen der Krankenkassen den Verlust nicht hätten verhindern können. Der Grund dafür seien die stark steigenden Ausgaben der Kassen.

Die Entwicklung habe sich während des Jahres sogar noch beschleunigt. Dies liege einerseits am medizinischen Fortschritt, andererseits an den teuren Gesetzen der Bundesregierung. "Allein durch das Terminservicegesetz und das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz kommen auf die Krankenkassen im nächsten Jahr rund fünf Milliarden Euro an Mehrausgaben zu", sagte Pfeiffer.

Weil die meisten Kassen einen Teil ihrer Rücklagen auflösen würden, könnten sie ihre Zusatzbeiträge im Jahr 2020 stabil halten, prognostizierte Pfeiffer. Das Bundesgesundheitsministerium hatte Ende Oktober mitgeteilt, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag der Kassen im nächsten Jahr um 0,2 Punkte steigen werde – auf dann 1,1 Prozent. Der Wert ist eine rechnerische Orientierung für die Kassen; den Zusatzbeitrag müssen die Mitgliedern allein tragen.

Der allgemeine Beitragssatz, von dem Arbeitgeber und Rentenversicherung die Hälfte übernehmen, beträgt derzeit 14,6 Prozent. Für die Jahre ab 2021 erwartet Pfeiffer, dass die Finanzsituation der Kassen "sicherlich schwieriger aussehen" werde. "Viele der beschlossenen Gesetze führen zu dauerhaft höheren Ausgaben, und wenn die Rücklagen erst mal aufgebraucht sind, führt kein Weg an höheren Beiträgen vorbei", sagte sie.

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