Wirtschaftsnachrichten Wirtschaft Deutschland

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Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz ermitelt noch, ob auch bunte Ostereier mit Dioxin belastst sind.

NRW: Dioxin in Bio-Eiern mit der Stempelnummer 0-DE-0521041

Düsseldorf | Der Artikel wird laufend aktualisiert | Bio-Eier eines Betriebes in Nordrhein-Westfalen wiesen erhöhte Dioxin-Werte auf. Dies teilte heute das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz mit. Der Betrieb ist derzeit gesperrt und weitere Untersuchungen in die Wege geleitet.

Aktualisierung 12.10 Uhr > Weiterhin gibt das Ministerium den Namen des Hofes nicht heraus. Immerhin wurde Report-k.de auf Nachfrage mitgeteilt, dass in Kürze die Nummern der betroffenen Eier bekannt gegeben werden. Jetzt dreieinhalb Stunden später hat das Ministerium die Nummern der betroffenen Eier herausgefunden: 0-DE-0521041

05.03.2012, 14.45 Uhr > CDU: Remmel verharmlost die Gefahr

Heute wurde bekannt, dass die Eier von zwei weiteren Höfen mit Dioxin belastet sein sollen. Beim letzten Dioxinskandal bei Hühnern, Puten und Schweinen, vor gut einem Jahr durch vergiftetes Tierfutter hervorgerufen, habe sich Remmel noch lauthals empört und schärfere Kontrollen gefordert, doch momentan lasse er dies vermissen, so Josef Hovenjürgen. Der CDU-Verbraucherschutzexperte empört sich über die Aussagen des Ministeriums, die laut WDR verkündet haben sollen, der Dioxingehalt sei nicht akut gesundheitsgefährdend. Minister Remmel spiele so das Problem herunter und nehme so bewusst eine Gesundheitsschädigung der Menschen, beispielsweise die Auslösung von Krebs, in Kauf.

13.10 Uhr > Foodwatch: Straffreiheit bei Selbstanzeige

Foodwatch wies auf Nachfrage von Report-k.de darauf hin, dass die Ereignisse zeigen, dass Dioxin-Eier keine Frage der Haltung, sondern ein strukturelles Problem sind. Daher sei die Politik gefragt. Ferner kritisiert Foodwatch, dass der 10-Punkte-Plan von Ilse Aigner seit seiner Einführung im Januar 2011 teils gar nicht, teils nur unzureichend umgesetzt worden sei. So sei beispielsweise das medienwirksame eingeführte Bußgeldes bisher nie ausgeschöpft worden und es bestünde nach wie vor die absurde Situation, dass ein Betrieb Straffreiheit genießt, wenn er sich selbst anzeigt – selbst wenn Dioxin-Eier bereits in den Handel gelangt sind.

12.35 Uhr > CDU verlangt schnelle und lückenlose Aufklärung

Der CDU-Verbraucherschutzexperte Josef Hovenjürgen verlangt unterdessen eine lückenlose Aufklärung, da Verbraucher ein Recht auf gesunde Lebensmittel hätten. Daher stehe der grüne Verbraucherschutzminister Remmel gerade jetzt zu Ostern in der Pflicht, schnellstmöglich nachzuforschen, wo die Quelle für die Dioxin-Eier liegt. So lange diese nicht bekannt sei, bliebe die Gefahr einer Verunreinigung von Eiern mit Dioxin. Dass das Ministerium bisher nicht sagen könne, wo die Quelle liege, wertet Hovenjürgen als Eingeständnis von Hilflosigkeit. Ferner verlangt er Konsequenzen, falls es sich bewahrheiten sollte, dass der Betrieb selbst schon länger Kenntnis von einer Dioxinbelastung hatte und dies nicht gemeldet hat.

04.03.2012, 12.10 Uhr > Wenig Neues aus dem Ministerium

Weiterhin bleibt der Name des betroffenen Betriebes ein Geheimnis. Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz ließ auf Nachfrage von Report-k.de lediglich verlauten, dass es sich um einen Bio-Eier-Produzenten mit 25.000 Legehennen handelt. Dies war allerdings gestern Abend schon bekannt. Ob noch Eier im Umlauf sind bleibt dagegen ebenso unklar wie die Frage, ob Eier auch weiterbehandelt – zum Beispiel als buntgefärbte Ostereier – in den Handel gelangt sind. Einziger Kommentar: „Die Ermittlungen laufen.“
 
Es bleibt verwunderlich, dass die Probleme seit dem 26. März 2012 bekannt sind und das Ministerium - das von einem Grünen Umweltminister geführt wird - erst am Montag informiert wurde. Das heißt, in sieben Arbeitstagen wurde es nicht geschafft, das Verbreitungsgebiet der betroffenen Eier einzuschränken. Irritierend ist auch, dass das Ministerium und nachgeordnete Behörden behaupten, die Verbreitungswege seien unklar. Immerhin ist es allgemein üblich, Buchhaltung über Aufträge und Lieferungen zu führen - schließlich wollen die Betriebe Geld mit ihren Produkten verdienen. Von daher ist es eher unwahrscheinlich, dass der betroffene Hof nicht sagen kann, an wen seine Eier geliefert worden sind. Die Meldeketten würden aber indes funktionieren, hieß es von Seiten des Ministeriums, obwohl es fünf Tage dauerte, bis der Fall das Ministerium in Düsseldorf erreichte und dann noch einmal fast 48 Stunden bis dieses eine Erklärung an die Öffentlichkeit abgab. Das Ministerium erklärte, dass beispielsweise die zuständigen Behörden in Niedersachsen informiert worden seien, da das Futtermittel von dort stammt.

03.03.2012, 18.54 Uhr > Hohe Werte

Die Dioxinbelastung der Eier, so das Ministerium, sei zunächst bei Eigenkontrollen des Betriebes durch ein privates Labor aufgefallen. Am 26.3. wurden amtliche Proben genommen und durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe untersucht. Dabei wurden erhöhte PCB Werte bestätigt. Die Werte so das Ministerium, dass seit heute von dem Vorfall Kenntnis hat, lagen zum Teil um das drei-, bzw. sechsfache über dem erlaubten Grenzwert. Alle belasteten Eier stammen aus zwei von vier Ställen.

Futter nicht PCB belastet

Am 7. März wurde die letzte Charge Eier des Hofes mit dem Mindesthaltbarkeitsdatums 31. März 2012 in den Handel geliefert. Alle danach erzeugten Eier sind gesperrt und werden nicht mehr in den Handel gelangen, so die Behörden. Unklar ist bislang wie das PCB in die Eier kam, Proben des Futters waren nicht mit PCB belastet. Bei einem der letzten Fälle war belastetes Futter die Ursache gewesen.
Zu den Gesundheitsgefahren erklärt das zuständige Ministerium: "Mittel- und langfristig sind gesundheitliche Schädigungen durch den Verzehr dioxinbelasteter Lebensmittel nicht auszuschließen. Eine akute Gefährdung durch den Verzehr dieser Eier ist aber nicht zu erwarten. Die Behörden untersuchen zudem, inwieweit die betroffenen Betriebe bzw. das private Labor ihren Meldeverpflichtungen rechtzeitig nachgekommen sind."

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