Wirtschaftsnachrichten Wirtschaft Deutschland

opel_astra_C_GM_Company_262597

Ein Werbefoto eines Opel Astra

Opel lässt Erfolgsmodell Astra nicht mehr in Deutschland herstellen - Stammsitz Rüsselsheim verliert Astra-Produktion - Betriebsrat fürchtet Aus für Werk Bochum

Rüsselsheim/Bochum | Opel lässt sein Erfolgsauto Astra ab 2015 nicht mehr in Deutschland bauen und stellt damit die heimischen Werke Rüsselsheim und Bochum vor eine ungewisse Zukunft. Der Kompaktwagen, wichtigstes Modell des kriselnden Autoherstellers, wird aus dem Stammwerk Rüsselsheim abgezogen und nur noch im britischen Ellesmere Port und im polnischen Gliwice vom Band laufen, wie Opel am Donnerstag mitteilte. Zwar bekannte sich Opel zum Werk Rüsselsheim, das weiter voll ausgelastet werden soll. Doch Garantien für den Standort Bochum gab es nicht.

Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel fürchtet nach der Astra-Entscheidung das Aus für das Werk. Möglicherweise wolle Opel als Ersatz die Produktion des Familienvans Zafira aus Bochum nach Rüsselsheim verlegen. "Das wäre der Todesstoß für Bochum", sagte Einenkel. Er forderte Gewissheit für das Werk, dessen Sicherungsvertrag mit dem US-Mutterkonzern General Motors (GM) 2014 ausläuft. "Wir brauchen eine klare Aussage, welche Autos ab 2015 und 2016 hier gebaut werden", erklärte Einenkel.

Opel Bochum hat dem Betriebsrat zufolge inklusive Partnerbetriebe rund 4.800 Beschäftigte. Am kommenden Montag ist dort eine Betriebsversammlung mit Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke geplant. Auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) will teilnehmen. Ein Sprecher der Düsseldorfer Regierung wollte die Entscheidung von Opel vor Montag nicht kommentieren.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet mit dem Ende der Bochumer Opel-Fabrik. Die Entscheidung zum Astra werde "zu 99,9 Prozent" zur Schließung von Bochum führen, sagte der Direktor des CAR Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen.

Verhandlungen über die Zukunft von Rüsselsheim

Opel hatte vor wenigen Tagen angekündigt, die neue Astra-Generation nur noch in zwei Werken bauen zu wollen. Das polnische Werk galt dabei wegen der kostengünstigen Produktion als gesetzt. Am Donnerstag stimmten dann die Beschäftigten bei der Opel-Schwester Vauxhall in Ellesmere Port einem neuen Tarifvertrag mit Lohnverzicht zu. Sie ebneten so im Konkurrenzkampf mit den deutschen Opel-Werken den Weg für die Astra-Produktion an ihrem Standort. Dort sollten 700 neue Stellen entstehen, erklärte Opel.

Ellesmere Port und Gliwice würden "die Eckpfeiler unserer Produktion in Europa", sagte Opel-Chef Stracke. Dafür will der Mutterkonzern GM insgesamt 300 Millionen Euro in beide Werke investieren.

Dagegen werde in Rüsselsheim die Produktion des Astra nach dem Auslaufen des jetzigen Modells nicht fortgesetzt. Dennoch sei beabsichtigt, das Stammwerk weiter voll auszulasten. "Ein wettbewerbsfähiges Werk Rüsselsheim spielt eine wichtige Rolle in unserer Wachstumsstrategie", sagte Stracke.

Über die notwendigen Maßnahmen zur Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit will die Firmenleitung nun mit den Arbeitnehmervertretern reden. Offen ist, ob dafür Zugeständnisse der Belegschaft wie in Ellesmere Port nötig sind. Details wolle Opel derzeit noch nicht öffentlich diskutieren, sagte Firmensprecher Stefan Weinmann. "Ich möchte den Gesprächen nicht vorgreifen", erklärte er.

GM fährt mit seinem Europa-Geschäft seit Jahren hohe Verluste ein und plant harte Einschnitte bei den Töchtern. Der Sanierung könnten viele Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Immer wieder gibt es Spekulationen über Werkschließungen, vor allem Bochum wird dabei genannt.

Zurück zur Rubrik Wirtschaft Deutschland

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Wirtschaft Deutschland

e_auto_pixabay_16012021

Berlin | Ein Verbot von Verbrennungsmotoren ist nach einer Studie des Center Automotive Research (CAR) ökonomisch sinnvoll.

Berlin | Der Handelsverband Deutschland (HDE) reagiert mit Empörung auf Äußerungen von Bundesfinanzminister Olf Scholz (SPD), wonach die unvollständige Ausschöpfung der Corona-Hilfen eine verbesserte Lage der Betriebe widerspiegele.

Essen | Die Deutsche-Bahn-Tochter Schenker nimmt ab sofort vorerst keine Waren mehr für den Transport ins Vereinigte Königreich an. "Wir nehmen vorübergehend keine neuen Aufträge an", sagte ein Schenker-Sprecher der "Bild" (Donnerstagausgabe). Bereits aufgegebene Sendungen sollten aber weiterhin "so schnell wie möglich" ausgeliefert werden.

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >