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Steuervorwürfe gegen VW-Konzern

Wolfsburg | Der Volkswagen-Konzern sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, ein umfangreiches Firmengeflecht in Luxemburg aufgebaut zu haben, um Steuern zu sparen. Der Autohersteller, an dem das Land Niedersachsen 20 Prozent der Stimmrechte hält, habe seit 2012 Beteiligungen im Wert von mehr als 17 Milliarden Euro in das Großherzogtum verlagert und so offenbar in erheblichem Umfang Abgaben an die Finanzämter gespart, schreibt der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Demnach steuere VW die Finanzströme namhafter Konzernmarken wie Škoda, Seat, und Bentley sowie etliche Landesgesellschaften aus Brasilien, Großbritannien, Russland und Japan bis Australien über die Luxemburger Holding Volkswagen Finance Luxemburg.

Angeblich soll mit der Konstruktion ein Steuersatz von 0,05 Prozent erreicht worden sein, heißt es in dem Bericht. Zwar seien diese Gewinne schon in ihren Ursprungsländern versteuert worden, bei einer Überweisung nach Deutschland aber wären höhere Abgaben fällig geworden, hieß es. Die Erkenntnisse über die steuermindernden Buchungen basieren auf Recherchen des internationalen Recherchenetzwerks EIC, an dem der "Spiegel" als deutscher Partner beteiligt war.

"Wenn ein Konzern, an dem der Staat als Großaktionär beteiligt ist, den Standort Luxemburg nutzt, um Steuern zu optimieren, ist das besonders befremdlich", kritisierte Sven Giegold, Finanzexperte der Grünen im Europaparlament. "VW und die Bundesregierung müssen sich fragen lassen, warum eine solche Luxemburg-Holding steuerrechtlich anerkannt wird." VW erklärt, die Besteuerung der Gesellschaften in Luxemburg basiere auf gesetzlichen Regelungen.

"Die Etablierung von Holding- und Finanzierungsgesellschaften an einem regulatorisch attraktiven Standort hat vor allem finanzstrategische Gründe." So habe etwa die Abwehr einer Mehrfachbesteuerung bei Dividenden "nichts mit einem Steuersparmodell zu tun".

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