Wirtschaftsnachrichten Wirtschaft Deutschland

Verbraucherschützer mahnen Onlinebezahldienst PayPal ab

Berlin | Verbraucherschützer haben den beliebten Onlinebezahldienst PayPal wegen seiner 80 Seiten umfassenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zur Abgabe einer Unterlassungserklärung aufgefordert.

"PayPal verstößt damit gegen den gesetzlich vorgeschriebenen Grundsatz der Transparenz und benachteiligt die Verbraucher", kritisierte Carola Elbrecht, Rechtsreferentin für den Marktwächter Digitale Welt beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Drucken Verbraucher die AGB zu Hause einseitig auf DIN A4 aus, bekommen sie 80 Seiten Papier auf circa 24 Metern. Das ist aus Verbrauchersicht unzumutbar und muss geändert werden." Die Verbraucherschützer sehen einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. "Hier liegt nach unserer Auffassung nicht nur wegen formaler Unverständlichkeit der AGB, sondern gerade auch wegen des erforderlichen Zeitumfangs, um das vollständige Regelwerk lesen und verstehen zu können, ein Wettbewerbsverstoß vor", erläutert Elbrecht.

PayPal hat bis zum 28. Februar 2018 Zeit, zu reagieren. Der Finanzdienstleister PayPal, der in Deutschland rund 18,9 Millionen Kunden hat, prüft die Angelegenheit, will sich aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht dazu äußern, sagte eine Sprecherin. "Es kann nicht sein, dass sich Unternehmen einen systematischen Wettbewerbsvorteil verschaffen, indem sie Verbraucher mit überlangen AGB konfrontieren, für deren Lektüre diese weit mehr als eine Stunde benötigen. So haben Verbraucher keine realistische Chance, sie in ihrer Gänze und Reichweite zu erfassen", kritisierte die Marktwächterin Elbrecht. Der Text der neuen AGB von PayPal umfasse 20.000 Wörter, 1.000 Sätze, wovon der längste Satz aus 111 Wörtern bestehe. Bei einer angenommenen Lesegeschwindigkeit von 250 Worten pro Minute benötigten Verbraucher 80 Minuten, um die neuen Bedingungen vollständig zu lesen, sagte Elbrecht.

Nutzer von Smartphone-Apps müssten 330 Mal den Bildschirm herunter scrollen, um ans Ende des Textes zu gelangen.

Zurück zur Rubrik Wirtschaft Deutschland

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Wirtschaft Deutschland

kamera_pixabay_18072018

Karlsruhe | aktualisiert | Der Rundfunkbeitrag in Deutschland ist in seiner jetzigen Form im Wesentlichen mit der Verfassung vereinbar. Mit dem allgemeinen Gleichheitssatz nicht vereinbar sei allerdings, dass auch für Zweitwohnungen ein Rundfunkbeitrag zu leisten sei, teilte das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch mit. Die Karlsruher Richter erklärten die gesetzlichen Bestimmungen zur Beitragspflicht für Zweitwohnungen für mit dem Grundgesetz unvereinbar.

hh_bahnhof_pixabay_18072018

Berlin | Die Bahn will künftig vor allem Autofahrer auf die Schiene locken - und dafür sogar von zu Hause abholen. Der öffentlicher Verkehr solle so komfortabel werden wie der individuelle, sagte Personenverkehrs-Vorstand Berthold Huber der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochsausgabe). In Hamburg startet die Bahn über ihre Digitaltochter Ioki an diesem Mittwoch dazu mit dem Verkehrsverbund HVV ein für eine Millionenstadt bislang einzigartiges Pilotprojekt: Per Handy-App können sich Kunden des Nahverkehrs von Shuttles zu Hause abholen und zum Nahverkehrspreis zur nächsten S-Bahn bringen lassen.

Berlin | Der Außenhandel zwischen Deutschland und Russland erholt sich weiter. Das geht aus Zahlen des statistischen Bundesamtes hervor, über die das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Dienstagsausgaben) berichtet. Demnach stiegen deutsche Exporte nach Russland von Januar bis Mai 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,1 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro an.

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS