Wirtschaftsnachrichten Wirtschaft Deutschland

Stromtrasse_280620155

Widerstand gegen Erdkabel könnte Netzausbau billiger machen

Berlin | Zwei der drei geplanten Stromautobahnen, die im Zuge der Energiewende überschüssige Windenergie aus dem Norden nach Süddeutschland bringen sollen, will die Bundesregierung nach Protesten gegen "Monstertrassen" als Kabel unter die Erde legen. Doch auch dagegen regt sich Widerstand - was für Stromkunden eine Ersparnis von mehreren Hundert Millionen Euro bedeuten könnte, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstagausgabe).

Allein in Sachsen-Anhalt haben sich 16 Gemeinden gegen eine Erdverkabelung gewandt, sagte der Netzbetreiber 50Hertz der FAZ. Laut Bundesnetzagentur, in deren Auftrag 50Hertz den Suedostlink plant, summieren sich die Anträge in Sachsen-Anhalt auf 100 und in Thüringen auf 15 Kilometer.

Hier fordert man Freileitungen statt Erdkabel. Die Gemeinden und Landkreise argumentieren vor allem mit der Schädigung des fruchtbaren Schwarzerdebodens durch die Erdkabel sowie die von diesen ausgehende Erwärmung des Erdreichs. Ob den Anträgen stattgegeben wird, ist offen.

50Hertz prüft das bis zum zweiten Quartal 2019. Sollten die Freileitungen den Vorzug bekommen, würde das für die Stromverbraucher billiger, auf die die Baukosten umgelegt werden. Denn Erdkabel sind gegenüber Freileitungen um den Faktor vier bis acht teurer. Wenn auf einem Fünftel des 580 Kilometer langen Suedostlinks Masten gesetzt und Seile gespannt würden, liefe dies wohl auf eine Kostenreduzierung von Hunderten Millionen Euro hinaus.

Aktuell werden die Baukosten auf fünf Milliarden Euro veranschlagt.

Zurück zur Rubrik Wirtschaft Deutschland

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Wirtschaft Deutschland

HP_wollseifer_01032015

Berlin | Dr Präsident des Zentralverbands des Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, hat die Abschiebung von bereits in Deutschland ausgebildeten Flüchtlingen als "wirtschaftlichen Unsinn" kritisiert und sich unter Bedingungen für ein Bleiberecht geduldeter Migranten ausgesprochen.

flug_12082018-44

Frankfurt/Main | Das deutsche Fluggastrechteportal Flightright hat am Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt am Main Klage gegen die irische Billigfluggesellschaft Ryanair eingereicht. Anlass sind die Streiks des deutschen Ryanair-Personals vergangene Woche. "Wir kämpfen dafür, dass Fluggäste zu ihrem Recht kommen und sich nicht von Ryanairs einseitigen Rechtsansichten entmutigen lassen", sagte Flightright-Rechtsexperte Oskar de Felice dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe).

windenergie1852013

Berlin | Die Bundesregierung gibt Bürgerenergiegesellschaften von Privatpersonen eine Mitschuld am starken Auftragsrückgang der Windkraftanlagenhersteller. Das berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Mittwochsausgaben) unter Berufung auf die Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Schriftliche Frage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin. "Da Bürgerenergieprojekte im Jahr 2017 auch ohne Genehmigung an der Ausschreibung teilnehmen konnten und Bürgerenergieprojekten eine längere Realisierungsfrist gewährt wurde, kann deren Realisierung später erfolgen, was zu einem geringeren Zubau in den nächsten Jahren führen kann", schreibt das Bundeswirtschaftsministerium in der Antwort.

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS

KARNEVAL NACHRICHTEN