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Symbolbild: Verlassene Fabrik

Wirtschaftswachstum gerät ins Stocken – Ifo-Geschäftsklimaindex sinkt weiter

Köln | Der Ifo-Geschäftsklimaindex sinkt weiter, teilte das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München heute mit. Auch das Statistische Bundesamt (Destatis) lieferte heute keine positiven Zahlen sondern spricht davon, dass das Wirtschaftswachstum ins Stocken gerät.

Ifo-Geschäftsklimaindex sinkt weiter

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Februar auf 98,5 Punkte gefallen. Das teilte das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München am Freitag mit. Dies ist bereits der sechste Rückgang in Folge.

Experten hatten nur mit einem leichten Absinken gerechnet. Im Januar hatte der Index bei 99,1 Punkten gelegen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigster Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.

Er basiert auf circa 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Dienstleistungssektors, des Handels sowie des Bauhauptgewerbes. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen.

Wirtschaftswachstum gerät ins Stocken

Das deutsche Wirtschaftswachstum ist ins Stocken geraten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) blieb im vierten Quartal 2018 preis-, saison- und kalenderbereinigt mit 0,0 Prozent auf demselben Niveau wie im Vorquartal, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mit. Die konjunkturelle Lage in Deutschland war damit im Jahr 2018 zweigeteilt: In der ersten Jahreshälfte 2018 war das BIP gestiegen, und zwar um 0,4 Prozent im ersten und 0,5 Prozent im zweiten Quartal.

Im dritten Quartal ging das BIP dagegen um 0,2 Prozent zurück. Für das gesamte Jahr 2018 ergibt sich daraus ein Anstieg von 1,4 Prozent (kalenderbereinigt: 1,5 Prozent). Das Wachstum fällt damit etwas niedriger aus als im Januar gemeldet.

Positive Wachstumsimpulse kamen im Vorquartalsvergleich (preis-, saison- und kalenderbereinigt) aus dem Inland: Im vierten Quartal 2018 wurde deutlich mehr investiert als im dritten Quartal 2018, insbesondere in Bauten (+1,3 Prozent), aber auch in Ausrüstungen (+0,7 Prozent), so das Statistikamt weiter. Während die privaten Konsumausgaben leicht anstiegen (+0,2 Prozent), erhöhte der Staat seine Konsumausgaben deutlich um 1,6 Prozent. Die außenwirtschaftliche Entwicklung lieferte im vierten Quartal dagegen keine Wachstumsimpulse: Nach vorläufigen Berechnungen stiegen Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen jeweils um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Im Vorjahresvergleich hat sich das Wirtschaftswachstum – gemessen an den Ursprungswerten – weiter verlangsamt: Das preisbereinigte BIP stieg im vierten Quartal 2018 um 0,9 Prozent (kalenderbereinigt: 0,6 Prozent), nach +1,1 Prozent im dritten Quartal 2018 (kalenderbereinigt ebenfalls +1,1 Prozent), +2,3 Prozent im zweiten Quartal 2018 (kalenderbereinigt: +2,0 Prozent) und +1,4 Prozent im ersten Quartal 2018 (kalenderbereinigt: +2,1 Prozent), so das Bundesamt. Die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2018 wurde von 45,2 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 507.000 Personen oder 1,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen stieg nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit um 0,5 Prozent.

Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen – erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent. Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität – gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde – ging nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent zurück. Je Erwerbstätigen sank sie um 0,2 Prozent, so die Statistiker weiter.

Auch im Vorjahresvergleich kamen positive Impulse im vierten Quartal 2018 vor allem von den Investitionen: Die Bauinvestitionen stiegen kräftig (+4,0 Prozent), insbesondere in Wohnbauten wurde mehr investiert als im vierten Quartal 2017. In Ausrüstungen wurde ebenfalls deutlich mehr investiert als ein Jahr zuvor (+3,5 Prozent). Daneben legten auch die Konsumausgaben im Vergleich zum Vorjahr zu: Die privaten Konsumausgaben waren preisbereinigt um 1,0 Prozent höher, die Konsumausgaben des Staates um 1,8 Prozent, so das Statistikamt.

Dagegen ließ die Dynamik der Auslandsnachfrage zum Jahresende 2018 deutlich nach: Vorläufigen Berechnungen zufolge wurden im vierten Quartal 2018 nur 0,4 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert als im vierten Quartal 2017. Die Importe stiegen im selben Zeitraum um 3,2 Prozent. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung war im vierten Quartal 2018 insgesamt um 0,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor. In den einzelnen Wirtschaftsbereichen entwickelte sie sich aber sehr unterschiedlich. Den stärksten Anstieg gab es im Baugewerbe (+4,4 Prozent), gefolgt vom Bereich Information und Kommunikation (+3,4 Prozent) und dem Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe (+2,0 Prozent). Im Verarbeitenden Gewerbe gab es dagegen im Vorjahresvergleich einen kräftigen Rückgang von 1,4 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt weiter mit.

In jeweiligen Preisen war das Bruttoinlandsprodukt um 2,9 Prozent und das Bruttonationaleinkommen um 3,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das Volkseinkommen, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt sowie den Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammensetzt, nahm insgesamt um 2,5 Prozent zu. Dabei entwickelten sich die beiden Komponenten aber sehr unterschiedlich: Während das Arbeitnehmerentgelt um 4,3 Prozent höher war als im vierten Quartal 2017, gingen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nach ersten vorläufigen Berechnungen um 2,2 Prozent zurück. Die Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmer waren um 4,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor, die Nettolöhne und -gehälter um 4,2 Prozent. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte erhöhte sich um 3,5 Prozent, die privaten Konsumausgaben um 2,7 Prozent. Daraus errechnet sich für die Sparquote der privaten Haushalte im vierten Quartal 2018 ein vorläufiger Wert von 9,3 Prozent, so das Bundesamt.

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