Nürnberg | Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember erneut gestiegen. Im letzten Monat des Jahres waren in der Bundesrepublik 2,707 Millionen Personen arbeitslos gemeldet und damit 480.000 mehr als vor einem Jahr, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mit. Gegenüber dem Vormonat stieg die Arbeitslosenzahl unterdessen um 8.000. Die Arbeitslosenquote blieb dabei unverändert bei 5,9 Prozent.

„Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Dezember gestiegen – aber nicht so stark wie sonst in diesem Monat“, sagte BA-Chef Detlef Scheele. Die Anzeigen für Kurzarbeit hätten wieder zugenommen – jedoch nur in begrenztem Umfang. „Die Nachfrage der Betriebe stabilisiert sich auf einem niedrigeren Niveau“, so Scheele weiter.

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Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, sank gegenüber dem Vormonat um 28.000. Insgesamt lag sie im Dezember bei 3,534 Millionen Personen. Das waren 363.000 mehr als vor einem Jahr. Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften stagnierte zum Jahresende.

Im zwölften Monat des Jahres waren 581.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 105.000 weniger als vor einem Jahr. Saisonbereinigt erhöhte sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen um 5.000.

Erwerbstätigkeit im November leicht gesunken

Im November 2020 sind rund 44,8 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig gewesen. Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl der Erwerbstätigen saisonbereinigt leicht um 11.000 Personen, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Berechnungen am Dienstag mit. Die Zahl der Erwerbstätigen liegt somit weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau: So waren im November 2020 saisonbereinigt 1,6 Prozent oder 708.000 Personen weniger erwerbstätig als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Nicht saisonbereinigt stieg die Zahl der Erwerbstätigen im November 2020 gegenüber dem Vormonat zwar um 35.000 Personen (+0,1 Prozent). Dies ist jedoch ein schwächerer Anstieg gegenüber dem Vormonat als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre in einem November (+88.000 Personen). Gegenüber November 2019 nahm die Zahl der Erwerbstätigen deutlich um 1,5 Prozent ab (-689.000 Personen).

Der Rückgang der Erwerbstätigenzahl im Vorjahresvergleich setzte sich damit unvermindert fort: Die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahreszeitraum hatte von Mai bis September 2020 bei -1,4 Prozent und im Oktober wie nun im November bei -1,5 Prozent gelegen. Im Vorkrisenmonat Februar war die Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorjahr dagegen noch um 0,4 Prozent gestiegen (+199.000 Personen). Dieser Wachstumstrend endete mit Einsetzen der Corona-Pandemie ab März 2020.

Autor: dts

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