Köln | Es ist eine unterhaltsame Mischung von kollektivem Weihnachtslied-Karaoke, Arsch-Huh Konzert im Miniaturformat und gemütlichem Festtagsessen wie bei Muttern. Zum achten Mal hat der Weihnachtsengel am Freitagabend Premiere gefiert und das vor ausverkauftem Haus. Auch die Tickets für die weiteren Shows bis zum 22. Dezember sind fast alle weg, nur für den 21. Dezember gibt es noch wenige Restkarten.

Zu genießen gibt es außer Mutter Engel’s leckerem Rinderschmorbraten in Rotweinsauce  ein höchst abwechslungsreiches Programm mit einem Tommy Engel in Höchstform. Dazu gehören Klassiker wie „Du bes Kölle“ oder „En unsrem Veedel“, die das Publikum textsicher begleitet. Dazu gehören aber auch besondere Weihnachtslieder wie das „Weihnachtswunder“, das Engel ausnahmsweise auf hochdeutsch singt. Darin geht umso manche Absurditäten wie eine vom Alkohol durchtränkte Vorweihnachtszeit oder Schönheits-OPs als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum.

Werbung

Zu den Highlights des Abends zählen die Szenen, in denen es sich Tommy Engel auf dem großen roten Sessel bequem macht, seine Brille aufsetzt und Weihnachtsgeschichten vorliest. Diese sind gespickt mit feinsinnigen Humor, so wenn es um die zwei Weisen auf zwei Eseln geht, die sich streiten ob das System Bethlehem besser ist als das System Mekka. Ihren klugen Tieren ist das ziemlich egal, denn sie machen keine Weltanschauung daraus. Aber auch so manche urkölsche Geschichte, wie die vom „Nussbaum Schmitz“, der mit seinem Namen hadert, gibt Engel zum Besten.

Als Gast hat er sich die Kölner Sängerin und Komikerin Carolin Kebekus eingeladen, die viel Schwung in die Show bringt und sich im Duett hervorragend mit dem Gastgeber ergänzt. Gemeinsam philosophieren sie über den Vorsatz sich zu Weihnachten nichts zu schenken, der dank dem heimlichen Bestellen im Internet schnell zunichte gemacht wird.
Dem Meiers Kättche auf die Spur gehen beide im zweiten Teil der Show. Während Engel ganz klassisch bei „Ming eetste Fründin“ einsteigt, rappt Kebekus das Kättche sehr zur Freude des Publikum. Dass Engel selbst das Zeug zum HipHop-Star hat zeigt er in seiner Paraderolle als Huusmeister Kaczmarek, der für den Gast auf Ostheim den Manni macht.

Gegen Ende des Abends wird es dann noch mal politisch. Denn 20 Jahre nach der ersten „Arsch huh“-Kundgebung greift auch Tommy Engel das Thema Kampf gegen Rassismus auf und bietet seinen Gästen zusammen mit Carolin Kebekus ein „Arsch huh“-Konzert im Miniaturformat. Dazu gehört der Titelsong genauso wie „Hadder nit jesin“, wo es darum geht, nicht wegzugucken, wenn Mitmenschen in Not geraten.

Und wer bis dahin noch nicht in Festtagsstimmung gekommen ist, dem hilft das kollektive Weihnachtskaraoke als feierliches Sprungbrett unter den Weihnachtsbaum.

Autor: Stephan Eppinger

Werbung