Köln | Die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer Köln zogen am 30. September die Jahresbilanz zum Kölner Ausbildungsmarkt.

Mehr Ausbildungsstellen als Bewerber

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Im Vergleich zum Vorjahr ist ein leichter Rückgang um 2,7 Prozent bei der Anzahl der Bewerber bei der Agentur für Arbeit festzustellen. Gleichzeitig sank die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um 4,6 Prozent. Damit kamen in Köln auf je 100 Bewerber 115 offene Stellen. Am 30. September waren noch 322 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Auffallend ist,dass über 40 Prozent der Stellen mit Nicht-Kölnern besetzt werden. ,,Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es zwingend notwendig, dass alle Jugendliche eine Chance auf Ausbildung bekommen’’, so Roswitha Stock, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Köln.

Von den 5.781 Ausbildungsbewerbern haben 40 Prozent einen mittleren Bildungsabschluss, etwa 20 Prozent einen Hauptschulabschluss oder einen Fachhochschulabschluss und 15 Prozent die Hochschulreife. Arbeitgeber stellen bevorzugt Schulabgänger ein. Für Bewerber, die dem Ausbildungsmarkt schon länger zur Verfügung stehen, empfehlen die Experten ein Praktikum um den Kontakt zu potenziellen Ausbildungsbetrieben zu suchen.

So bewertet die Industrie und Handelskammer den aktuellen Ausbildungsmarkt

<ANCHOR></ANCHOR>Nach drei Jahren Rückgang stieg die Anzahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse bei der IHK mit 1,52 Prozent. ,,Wir sehen die duale Ausbildung leider weiterhin in einer Attraktivitätskrise’’, so Gregor Berghausen, IHK Geschäftsführer im Bereich Aus- und Weiterbildung. Vor allem öffentliche und private Hochschulen machen es Unternehmen schwer, qualifizierte Auszubildende zu gewinnen. Aktuell haben rund 45 Prozent aller Schulabgänger/innen eine Hochschulzugangsberechtigung in der Kölner Region. Die IHK bemängelt die steigende Tendenz zum Studienabbruch.

Integration und Chancen für Flüchtlinge

Die IHK Köln setzt auf integrative Maßnahmen, um Flüchtlingen den Start in die Arbeitswelt zu erleichtern. Um möglichst alle Ausbildungsstellen besetzen zu können, hat die IHK eine Initiative zur sprachlichen Förderung von jugendlichen Flüchtlingen gestartet. Damit sollen die Chancen für Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt gestärkt werden.

Nach Einschätzung der Handwerkskammer hat sich der Lehrstellenmarkt in den vergangenen Monaten ,,erfreulich dynamisch entwickelt’’, so Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer Köln. Insgesamt konnten hier 1.830 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen werden, das sind 2,1 % weniger als im Vorjahr. Jedoch sei zu beobachten, dass es immer schwieriger wird, Nachwuchs für die Handwerksbranche zu gewinnen.

Autor: Sophie Arbab-Zadeh, Foto: S. Karin u. Uwe-Annas/ fotolia

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