Köln | Das ehemalige Arkadas Theater – heute Bühne der Kulturen – steht vor dem Aus. Der Verein Keks will die Räumung des Theaters durchsetzen. Die Kölner Kulturpolitik will dies verhindern. Die Situation schein verfahren. Allerdings will der Keks in Ehrenfeld eine Bühne erhalten, nur nicht mit den bisherigen Betreibern, so liest sich eine Pressemitteilung.

Der Verein Keks, eine Kölner Eltern– und Kinderselbsthilfe ist ein Interessenverband für Elterninitiativen in Köln. Der Verein wirft dem Betreiber des Theaters vor über viele Jahre hinweg die Mietzahlungen immer wieder eingestellt zu haben und nur schleppend bezahlt zu haben. Dies belaste, so der Vorwurf von Keks, die Mitglieder, also Elterninitiativen. Nach Angaben von Keks kam es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen um die Kündigung der Theaterräume, die der Betreiber dese Theaters verlor.

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Keks will räumen

In der Erklärung vom 31. Mai beschreibt Keks die Bemühungen einen Mietvertrag zu erreichen und Unzuverlässigkeit der Theaterbetreiber und erklärt nicht bereit zu sein, diese hinzunehmen. So heißt es zum Schluss der Erklärung: „Wir werden nun die Räumung des Theaters durchführen lassen, um diese nicht endenden Auseinandersetzungen endlich zum Abschluss zu bringen. Das bedeutet aber nicht zwingend das Ende des Theaters. Wir haben eine Mitarbeiterin beauftragt, die sich in den nächsten Tagen mit der Bühne der Kulturen in Verbindung setzen wird, um den bereits gebuchten Theatergruppen, abhängig vom Zustand der Räume, ihre Auftritte zu ermöglichen, damit diese nicht die Leidtragenden sind. Außerdem führen wir nach wie vor Verhandlungen mit interessierten Theaterbetreibern zur Übernahme der Räume. Wir bedauern den Ablauf dieser nun bald zwei Jahre andauernden Auseinandersetzung, die uns, unseren Mitarbeitern und unseren Mitgliedern sehr viele Nerven gekostet hat. Aber wir sehen das Vertrauensverhältnis inzwischen als nachhaltig ruiniert an. Wir bitten auch zu berücksichtigen, dass wir über den ganzen Zeitraum hinweg immer wieder versucht haben, ein solches Ende abzuwenden.“

Kölner Kulturpolitik will moderieren

Die Kölner Kulturpolitik, darunterProf. Klaus Schäfer, Kulturpolitischer Sprecher der SPD Fraktion, Dr. Ralph Elster, Kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, Brigitta von Bülow, Kulturpolitisches Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Gisela Stahlhofen, Kulturpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke und Dr. Ulrich Wackerhagen, kulturpolitischer Sprecher der FDP Fraktion sehen die Situation differenzierter. So heißt es in einem Schreiben vom 2. Juni, dass unter anderem an den Keks, das Kulturamt und den Bezirksbürgermeister Josef Wirges ging: „Aus den jeweiligen Äußerungen zum Sachverhalt lassen sich sicher unterschiedliche Schlüsse ziehen. Dabei ist die Bühne der Kulturen in der Vergangenheit sicher sehr problematisch vorgegangen und hat sich, wie Sie nach unserer Kenntnis in Ihrer Pressemeldung richtig anmerken, nicht an ein ordnungsgemäßes Verfahren gehalten; und auch die länger angefallenen finanziellen Rückstände (die aber inzwischen beglichen sind) sind sehr beklagenswert.“

Appell an Keks

Die Kölner Kulturpolitiker weisen daraufhin, dass sich nach einem Beschluss des Kulturausschusses im Januar das Kulturamt die Außenstände des Theaterbetreibers beglichen habe und damit dem Keks wichtige Argumente fehlten. Weiter heißt es in dem Schreiben in dem die Kulturpolitiker auch eine Moderation der Auseinandersetzung anbieten sowie weitere Unterstützung, das mit einem Appell endet: „Daher bitten wir Sie dringend: Heben Sie den Zwangs-räumungsbeschluss auf oder verschieben Sie die Zwangsräumung. Lassen Sie die Bühne der Kulturen in den Räumen! Dieser Stadt kann es nicht egal sein, dass etwas zerbricht, was einen hohen – nicht nur symbolischen sondern kulturpolitisch ganz praktischen – Wert hat. Denn was einmal aufgegeben wird, kommt so nicht wieder. Das wäre sehr zu bedauern.“

Autor: ag

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