Dortmund |aktualisiert | Borussia Dortmunds Profis dürfen selbst entscheiden, ob sie im neu angesetzten Champions-League-Spiel gegen die AS Monaco am Mittwochabend spielen wollen. „Es ist so, dass wir darüber gesprochen haben“, sagte BVB-Torwarttrainer Wolfgang de Beer der „Rheinischen Post“. Die Generalbundesanwaltschaft hat einen Verdächtigen festnehmen lassen und die Behörden sprechen von einem Terroranschlag mit islamistischem Hintergrund.

16:39 Uhr > „Die Jungs sind gefragt worden, wie sie sich fühlen. Und wenn einer sagen kann, er fühlt sich absolut nicht in der Lage zu spielen, dann ist es ihm auch freigestellt.“ De Beer schilderte auch seine Eindrücke von den Momenten am Dienstagabend, als neben dem Dortmunder Mannschaftsbus drei Sprengsätze detoniert waren: „Ich war mit im Bus. Ich habe erstmal nur einen lauten Knall gehört, dann war die Scheibe kaputt. Die Jungs haben sich erschrocken“, so der Torwarttrainer. „Und dann war alles auch schon wieder vorbei. Marc Bartra ist direkt versorgt worden, wir hatten ja auch unsere Physios dabei. Das ist perfekt gelaufen“, sagte de Beer.

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BVB-Anschlag: Verdächtige sollen aus Islamisten-Szene in NRW stammen

Die beiden von der Bundesanwaltschaft vorläufig als Tatverdächtige geführten Personen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund sollen aus der nordrhein-westfälischen Islamisten-Szene stammen: Laut eines Berichts von „Express“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“ handelt es sich dabei um einen 25-jährigen Iraker aus Wuppertal sowie einen 28-jährigen Deutschen aus Fröndenberg im Kreis Unna. Beiden werde eine Nähe zur terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ vorgeworfen. Den Behörden liegen den Zeitungen zufolge zudem Hinweise vor, dass sich mindestens eine der beiden Personen im Tatzeitraum in der Nähe des Anschlagsortes aufgehalten haben könnte.

Ein Verdächtiger wurde inzwischen vorläufig festgenommen, allerdings wird nach Angaben der Generalbundesanwaltschaft ein Haftbefehl noch geprüft. In Ermittlerkreisen wurde betont, dass man noch sehr zurückhaltend sein müsse mit konkreten Bezügen der beiden Personen zur Tat, schreiben die Zeitungen weiter. Es seien derzeit verschiedene Motive und damit unterschiedliche Tätergruppen denkbar, hieß es. Von einem terroristischen Hintergrund werde jedoch ausgegangen.

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Eine Person nach BVB-Anschlag vorläufig festgenommen

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am Dienstagabend ist eine Person aus dem islamistischen Spektrum vorläufig festgenommen worden. Es werde derzeit geprüft, ob Haftbefehl gegen die Person beantragt wird, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Karlsruhe. Im Zuge der Ermittlungen seien die Wohnungen des Festgenommenen und eines weiteren Verdächtigen durchsucht worden.

Die genaue Motivlage des Anschlags sei aber gegenwärtig noch unklar. Aufgrund der Tatmodalitäten sei von einem terroristischen Hintergrund des Anschlags auszugehen. Drei am Tatort gefundene textgleichen Bekennerschreiben deuteten auf einen islamistischen Hintergrund hin, so die Sprecherin.

Die Schreiben werden derzeit unter islamwissenschaftlichen Gesichtspunkten geprüft. Unter anderem werde in den Schreiben der Abzug von Tornados aus Syrien und die Schließung der „Ramstein Air Base“ gefordert. Eine abschließende Bewertung der Schreiben sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht möglich.

An der Echtheit einer weiteren Bekennung, die einen linksextremistischen Hintergrund des Anschlags behauptet, bestünden erhebliche Zweifel, so die Bundesanwaltschaft. Am Dienstag war gegen 19:15 Uhr der Mannschaftsbus des BVB mit drei Sprengsätzen angegriffen worden. Der BVB-Spieler Marc Bartra sowie ein Polizist wurden verletzt.

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Bericht: Polizei prüft islamistischen Hintergrund nach Anschlag auf BVB-Bus

10:32 Uhr > Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am Dienstagabend prüfen Sicherheitsbehörden offenbar, ob die Attacke einen islamistischen Hintergrund haben könnte. Grund hierfür sei, dass am Tatort ein einseitiges Schreiben aufgefunden wurde, welches mit den Worten „Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen“ beginne, berichten „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen und auch ein Polizeibeamter wurde neben Marc Bartra verletzt.

In dem Schriftstück wird demnach Bezug auf den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt genommen und behauptet, dass deutsche Tornados daran beteiligt seien, Muslime im Kalifat des sogenannten „Islamischen Staates“ zu ermorden. Deshalb stünden ab sofort Sportler und andere Prominente „in Deutschland und anderen Kreuzfahrer-Nationen“ auf einer „Todesliste des `Islamischen Staates`“, berichten die drei Medien.

Dies gelte solange, bis die deutschen Tornados abgezogen und die US-Luftwaffenbasis im pfälzischen Ramstein geschlossen werde. Das Schreiben trage keine Unterschrift, so die drei Medien. Inzwischen haben Behörden des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen eine intensive Analyse des Schreibens begonnen, Islam-Wissenschaftler und Forensiker sind laut „SZ“, NDR und WDR daran beteiligt.

Nach Einschätzung von an der Untersuchung beteiligten Personen sei es aber noch zu früh, eine gesicherte Einschätzung abzugeben. Man sei noch sehr vorsichtig mit der Zuordnung hieß es, der Vorgang sei sehr ungewöhnlich. Als denkbar gelte auch, dass die tatsächlichen Täter bewusst eine falsche Spur legen wollten, so die drei Medien.

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Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen nach Anschlag auf BVB-Bus

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am Dienstagabend hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen übernommen. Das Bundeskriminalamt (BKA) sei mit den Ermittlungen beauftragt worden und habe eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) in Berlin eingerichtet, berichtet die Zeitung.

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Auch Polizist bei Anschlag auf BVB-Bus verletzt

Bei dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am Dienstagabend ist auch ein Polizist verletzt worden. Es handele sich um einen Beamten, der sich zum Zeitpunkt der Explosionen auf einem Motorrad vor dem Mannschaftsbus befand, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Er erlitt bei den Detonationen ein Knalltrauma und einen Schock und sei derzeit nicht mehr dienstfähig.

Gegen 19:15 Uhr waren drei Sprengsätze explodiert, als sich der BVB-Mannschaftsbus auf den Weg ins Stadion zum Champions-League-Viertelfinale gegen die AS Monaco machen wollte. Die Sprengsätze waren offenbar in einer Hecke versteckt gewesen. Die Polizei sprach von einem „gezieltem Angriff auf die Mannschaft des BVB“.

Ein weiterer verdächtiger Gegenstand, der in Tatortnähe gefunden wurde, habe sich bei genauerer Untersuchung als Unrat herausgestellt, so die Beamten weiter. Bei dem Anschlag war BVB-Spieler Marc Bartra schwer verletzt worden. Er wurde aufgrund einer gebrochenen Speiche im rechten Handgelenk sowie diverser Fremdkörper im Arm noch am Dienstagabend operiert.

Zu der Echtheit und über den weiteren Inhalt eines in Tatortnähe gefundenen Bekennerschreibens konnte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen bisher keine weiteren Details nennen. Das Spiel war eine Viertelstunde vor Anpfiff offiziell abgesagt worden und soll am heutigen Mittwoch um 18:45 nachgeholt werden. Die Polizei will dabei mit verstärkten Kräften für Sicherheit sorgen.

Autor: dts
Foto: Das Symbolbild zeigt einen Motorradpolizisten

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