Bonn | Der Bombenanschlag auf den Bonner Hauptbahnhof im Dezember 2012 ist womöglich nur durch einen Zufall verhindert worden. Nach Informationen des „Spiegel“ nehmen die Ermittler an, dass der dort abgelegte Sprengsatz funktionstüchtig war. Zu einer Detonation kam es aber wohl nicht, weil Passanten gegen die Sporttasche getreten hatten, in der die Bombe verborgen war.

Wahrscheinlich wurde auf diese Weise der fragile Zündmechanismus beschädigt, der von dem mutmaßlichen Haupttäter laienhaft gebaut worden war. Der Generalbundesanwalt hatte in der vergangenen Woche Anklage gegen den mutmaßlichen Täter, einen Bonner Islamisten, unter anderem wegen versuchten Mordes und versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion erhoben. Der deutsche Konvertit soll die Bombe vom Bonner Hauptbahnhof gebaut und dort deponiert haben.

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Er plante der Anklage zufolge zudem mit drei Komplizen Attentate auf führende Mitglieder der rechtsextremen Partei Pro NRW. Es ist laut Bundesanwaltschaft das erste Mal, dass in Deutschland eine inländische islamistische Terrororganisation angeklagt wird. Nach Informationen des „Spiegel“ hatte die islamistische Zelle detaillierte Anschlagspläne entworfen. Die Männer sollen festgelegt haben, wer bei dem Überfall auf Pro-NRW-Chef Markus Beisicht zuerst hätte schießen und wer hätte aushelfen müssen, wenn die ersten Schüsse fehlgegangen wären.

Als der mutmaßliche Bombenleger und einer seiner möglichen Komplizen in der Nacht auf den 13. März 2013 in der Nähe von Beisichts Haus im nordrhein-westfälischen Leverkusen herumfuhren, griff ein Sondereinsatzkommando der Polizei zu.

Autor: dts
Foto: Dieses Foto der Tasche mit der Bombe veröffentlichte die Kölner Polizei im Dezember 2012

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