Symbolbild mit Impfstoff von Biontech.

Berlin | dts | Die Impfstoff-Logistik in Deutschland bereitet ein Jahr nach Beginn der Corona-Impfungen weiterhin Probleme. Bei der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am Montag hätten sich mehrere Bundesländer beim Bundesgesundheitsministerium über die Lieferung fast abgelaufener Impfstoffe beschwert, berichtet das Portal „Business Insider“. Demnach seien Impfstoffe geliefert worden, die zuvor bereits aufgetaut wurden.

Durch die Unterbrechung der Kühlkette sinkt die Haltbarkeit der Corona-Impfstoffe; sie müssen innerhalb von vier Wochen nach dem Auftauen verimpft werden. Das Portal beruft sich unter anderem auf einen vom Bundesland Bayern bei der GMK eingebrachter Tagesordnungspunkt, in dem das Land darauf hinweist, dass Impfzentren von Auslieferungen von Impfstoffen der Hersteller Moderna und Biontech „mit erheblich beschränkter Haltbarkeit“ berichtet hätten. Die Impfstoffe seien zum Zeitpunkt der Lieferung bereits 14 Tage lang aufgetaut gewesen, womit er eine deutlich begrenzter Haltbarkeit habe.

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„Hintergrund ist nach Mitteilung aus dem Bereich des pharmazeutischen Großhandels wie auch von Klinikapotheken, die mit Impfstoff beliefert werden, dass der Impfstoff bereits im Impfstofflager in Quakenbrück aufgetaut worden sein soll und in aufgetautem Zustand an den pharmazeutischen Großhandel ausgeliefert wurde“, heißt es in dem Schreiben aus Bayern. Nach Informationen von „Business Insider“ sollen sich bei der GMK weitere Bundesländer der Beschwerde aus Bayern angeschlossen haben. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe daraufhin eingeräumt, von den Problemen zu wissen, hieß es aus Teilnehmerkreisen.

Lauterbach habe den Vorwurf, die Impfstoffe seien schon im vom Bund gemanagten Zentrallager in Quakenbrück aufgetaut worden, jedoch zurückgewiesen.

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