Köln | aktualisiert | Bei seinem einzigen Konzert in Deutschland hat der amerikanische Sänger Chris Isaak am Montag in Köln seine Fans begeistert. Vor 900 Menschen spielte der 56-jährige Kalifornier Songs aus seinem neuen Album „Beyond The Sun“. Auch seine größten Hits „Wicked Game“ oder „Blue Hotel“ fehlten nicht. In der Live Music Hall sang das Publikum begeistert Songs wie „Ring Of Fire“ von Johnny Cash mit, die Isaak auf seinem neuen Album neu interpretierte. Grundlage bildete das Repertoire der legendären SUN-Studios, wo Weltstars wie Johnny Cash und Elvis Presley ihre Stücke aufnahmen.

Ein bisschen sieht er aus, als käme er aus einer anderen Zeit: Auf dem roten Anzug von Chris Isaak funkeln Stickereien in Blau und Gold, seine braunen Haare sind zu einer angedeuteten Elvis-Tolle frisiert. Er reißt die Gitarre in die Höhe wie Johnny Cash, schwingt die Hüften wie „The King“ Elvis Presley. Und genau dafür lieben die Zuschauer den 56-jährigen Kalifornier.

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In der Live Music Hall in Köln gibt der amerikanische Musiker am Montagabend sein einziges Deutschlandkonzert und begeistert die Fans. Von Anfang an haben er und seine fünfköpfige Band – allesamt in schwarzen Anzügen mit weißen Krawatten gekleidet – das Publikum in der Hand. Auch die Älteren jubeln und pfeifen, als die Band die ersten Töne des Hits „Blue Hotel“ anstimmt. Die Bühne ist passend zum Song in blaues Licht getaucht, Isaaks Anzug schimmert lila. Viele im Publikum singen mit, folgen mit ihren Augen und ihren Handykameras den Bewegungen des Musikers auf der Bühne, haben ein Lächeln auf den Lippen.

Romantik und Rock ’n‘ Roll wechseln sich ab

Nach dem dritten Song begrüßt der Sänger die Zuschauer, bedankt sich, dass sie gekommen sind. Als er fragt, wer schon einmal bei einem seiner Konzerte war, gehen viele Hände in die Höhe. „Danke, dass ihr mir eine zweite Chance gebt“, sagt er, lacht, und stimmt den nächsten Song an.

Eineinhalb Stunden springt er über die Bühne, witzelt mit seinen Bandkollegen und einer Zuschauerin, die er auf die Bühne holt, und singt mit einer kraftvollen Stimme romantische Balladen und Rock ’n‘ Roll-Songs. Als er von den Stufen der Bühne hinunter ins Publikum steigt und eine Runde dreht, johlen die Zuschauer vor Freude. Dann öffnet er seinen engen Hemdkragen und singt von der wahren Liebe. Der Bassist und der Gitarrist gehen in die Knie und reißen ihre Instrumente in die Höhe – die Band und Isaak haben sichtlich Spaß an dem Auftritt.

Als er seinen Hit „Wicked Game“ anstimmt, werden alle ruhig, auch die Mitwipper küssen jetzt lieber ihre Begleiterin. In der Halle kommt Gänsehautstimmung auf. Die durchbricht Isaak dann mit einer Ansage, er erzählt von seinem neuen Album „Beyond The Sun“ und von der Musik von Jerry Lee Lewis, Johnny Cash und Elvis Presley, mit der er aufgewachsen ist. Sie alle haben Songs in den legendären SUN-Studios von Sam Phillips aufgenommen. Und die wiederum hat er nun neu interpretiert und veröffentlicht. Und sicher ist: Sein „Ring Of Fire“ klingt ziemlich gut.

Zur Zugabe erscheint er in einem Anzug mit großen, silbernen Metallplättchen auf der Bühne, er singt den Roy-Orbinson-Hit „Pretty Woman“. Nach insgesamt 26 Songs verlässt er mit seiner Band die Bühne, er ruft „I love you“, winkt noch einmal kurz – und ist verschwunden. Und am Ende ist es ziemlich heiß in der Halle.

Autor: Kathrin Aldenhoff, dapd

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