Seit 1984 wird der „Severins-Bürgerpreis“ an Menschen verliehen, die sich ganz besonders um die kölschen Sprache, Kultur und Lebensart verdient gemacht haben. Alleine mit der kölschen Filmmatinée, die fester Bestandteil des Kinoprogramms ist, erfüllt das Kino damit schon die Kriterien. Gezeigt wurde unter anderem der allererste Kölner Film aus dem Jahr 1896 mit dem Titel „Feierabend einer Arbeiterfamilie“. Gedreht in der Kölner Südstadt in der Schokoladenfabrik Stollwerk.

Bewegte Vergangenheit
1956 wurde das Rhenania-Kino eröffnet, so schreibt die Chronik. Vor dem Krieg stand dort die Vrings-Oper. Am Ende der 70er Jahre wurde der Kinobetrieb erstmals eingestellt und Trude Herr eröffnete dort ihr „Theater im Vringsveedel“. Der Volksmund gab dem Theater den Namen „Trude Herr Theater“, das neun Jahre dort zu Hause war. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten eröffnete wiederum ein Kino unter dem heute noch bekannten Namen „Odeon“. Die Betreiber wechselten oft und die Kinokrise der 90er Jahre traf auch das „Odeon“-Kino stark. Als 2001 das Kino erneut schließen sollte sammelten die Kölner 25.000 Unterschriften, die sich für den Erhalt des Kinos stark machten. Die Filmstiftung NRW engagierte sich und so kam es am 7. März 2002 zum Neustart mit der Premiere von Wim Wenders BAP-Film „Viel passiert“. Die heutigen Macher sprechen aber noch einmal von einer schwierigen Zeit, als der Bau der Nord-Süd-Stadtbahn die Severinsstraße lahm legte. 2005 hätte man das Kino nicht am Leben erhalten können, wenn man nicht die KVB Stützungszahlungen erhalten hätte. Laudator Armin Maiwald sprach daher auch von einem „Glanzlicht für ein gebeuteltes Viertel“, auch weil das Angebot über das reine Filme zeigen hinausgeht, wie etwa Lesungen. Als Programmkino mit Filmkunst hat es seine Nische gefunden.

DIE PREISTRÄGER DES SEVERINSBÜRGERPREISES 1984 – 2010
1984
Kath. Grundschule Zugweg, Rektorin Mathilde Voss
1985 Kumede-Theater des Heimatvereins Alt-Köln e. V.
1986 Kuratorium des Karl-Berbuer-Brunnens
1987 Ann Richarz, Kölner Mundartautorin
1988 Sepp Hürten, Bildhauer
1989 Kölnisches Stadtmuseum, Direktor Dr. Werner Schäfke
1990 Toni May, Kölner Maler
1991 Hans Knipp, Kölner Liedermacher
1992 Ludwig Sebus, Kölner Liedautor und Krätzjessänger
1993 Hänneschen-Theater
1994 Albert Vogt (B. Gravelott), Kölner Mundartautor
1995 Kurt Eisenmenger, Zugleiter der Schull- und Veedelszöch
1996 Monika Kampmann, Liedermacherin
1997 Rolly Brings, Liedermacher
1998 Wilhelm Hammerschlag („Ohm Wellem“), Kölner Mundartautor
1999 Freundeskreis Schule Zugweg seit 1950
2000 Jan Brügelmann, Ehrenvorsitzender der „Freunde und Förderer des Kölnischen
Brauchtums“
2001 Dr. Heribert A. Hilgers, Vorsitzender des „Heimatverein Alt-Köln e.V. 1902“
2002 Uschi Werner-Fluss und Dr. Henner Berzau, Kölsche Liedermacher und Kleinkünstler
2003 Kölner Männer-Gesangverein
2004 Wiljo Schumacher, Privatmuseum „Geschichte em Vringsveedel“
2005 Reinold Louis, Autor und Brauchtumspfleger
2006 Jean Jülich, „Veedel – Karneval – Zeitzeuge“
2007 Marita Köllner, „Et fussich Julche“
2008 Tommy Engel, Musiker
2009 Die Freunde des Historischen Archivs der Stadt Köln e.V.
2010 Jürgen Schreiber „Gorgonzola“, Maler und Bildhauer

[ag]

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