Das Bild zeigt das Cover des neuen Buches von Pfarrer Franz Meurer.

Von Christoph Mohr

Nach seinem Bestseller im letzten Jahr bringt Franz Meurer, katholischer Pfarrer in Köln-Höhenberg und Vingst, ein neues Buch auf den Markt. Das Evangelium von HöVi ist es nicht ganz geworden.

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Er hat es wieder getan: Franz Meurer, Pfarrer in Höhenberg und Vingst und für viele das sympathischste Gesicht des Katholizismus in Köln, bringt rechtzeitig für das Weihnachtsbuchgeschäft einen neuen Titel auf den Markt.

Nach „Glaube, Gott und Currywurst – Unser Platz bei den Menschen“, das es im letzten Jahr sogar auf die Spiegel-Bestsellerliste schaffte, nun also „Waffeln, Brot und Gottes Glanz – Wie Kirche es gebacken kriegt“. Die verkaufsfördernde Titelähnlichkeit ist offenkundig.

Ursprünglich habe das Buch den Arbeitstitel „Das Evangelium von HöVi“ getragen, sagt Meurer. Das ist es nicht geworden, was man bedauern kann.

Das Buch ist über lange Strecken ein Bericht über die Aktivitäten in der katholischen Kirchengemeinde St. Theodor und St. Elisabeth im Corona-Jahr 2021, die aber eben doch eine ganz besondere ist. „Denken wir von den Menschen her oder Denken wir von dem System (der Kirche) her?“, fragt sich der Pfarrer, der selbst seine Kirche als „Agentur für tätige Liebe“ betrachtet. Der umtriebige Kirchenmann, der kürzlich 70 Jahre alt wurde, hat in seinem 25.000-Einwohner-„Problemviertel“ zahllose soziale Aktivitäten entfaltet hat. Dabei ist er selbst kein Sozialarbeiter geworden, sondern ein Mann des (gelebten) Glaubens und der Kirche geblieben – bis hin zum Zölibat.

Das Buch liest sich eher wie ein Gesprächsprotokoll als ein ausgearbeiteter Text. Meurer kommt von Höcksken auf Stöcksken. Dabei schafft er das Kunststück, in drei Sätzen von den Aktivitäten der Gemeinde und von Glauben und Kirche zu sprechen und im Zweifelsfall auch noch Papst Franziskus zu zitieren.

Seinen Kardinal-Erzbischof Rainer Maria Woelki lässt Meurer gut aussehen, zugleich lässt er scharfe Kritiker der katholischen Amtskirche zu Wort kommen. Mehr noch: In seiner Gemeinde tut der Pfarrer Dinge (Beteiligung von Laien, Frauen, Ökumene), die wohl jedem anderen eine Einbestellung von den Kirchenoberen eingebracht hätten, wenn nicht Schlimmeres. Doch der populäre Priester verfährt nach der Linie: Soll einer kommen und sagen, er sei katholischer als ich. Denn katholischer – und auch kölscher – geht es wohl kaum. Und so vermittelt Meurer die vielleicht noch wichtigere Botschaft: Die (katholische) Kirche lebt.

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Katholische Kirchengemeinde St. Theodor und St. Elisabeth

Höhenberger Str. 15

51103 Köln

https://wp.kkg-hoevi.de/

Auf der Website der Gemeinde finden sich Darstellungen der zahlreichen sozialen Aktivitäten wie Kleiderladen, Kinderkleiderkammer, Lebensmittelausgabe, HöVi-Land, Familinenwerkstatt etc.

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Waffeln, Brot und Gottes Glanz
Wie Kirche es gebacken kriegt
Herder, 2021 20 €

Glaube, Gott und Currywurst
Unser Platz bei den Menschen
Herder, 2020 20 €

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