Mit viel Liebe pflegen die Roten Funken ihre „Ülepooz“ und präsentieren ihr Haus zum 50 jährigen Jubiläum in neuem Glanz


 


Der jüngste Teil der Geschichte der Ulrepforte, der gestern im Jahr 2005 mit einer großen Party der roten Funken und einer tollen neuen Beleuchtung die „Ülepooz“ ins rechte Licht rückt ist gerade mal 50 Jahre alt. Und dabei ist die Ulrepforte 750 Jahre alt. Lassen Sie uns einen kleinen Gang durch die Geschichte der Kriegspforte unternehmen.


 


13.Jahrhundert


Als Teil der Kölner Stadtmauer wird die Ulrepforte, neben 15 anderen Toren errichtet. Ihren Namen hat die Ulrepforte von den „Ulnern“, den Töpfern, die in Ihrem Schatten Ihr Handwerk betrieben. Die Ulrepforte ist nicht zu vergleichen mit den großen Stadttoren, wie der Hahnentorburg, durch die die Landstraßen in und aus der Stadt führten und durch die die Händler und Bauern kamen um Ihre Ware anzubieten. Wein-, Obst- und Gemüsegärten, Handwerker bestimmten das Bild. Aus dieser Zeit stammt auch die Legende vom Schuster Havenith, der bestochen mit 25 Mark, nördlich der Ulrepforte ein Loch gegraben haben soll. 5000 Mann unter der Führung von Herzog Adolf V von Limburg und Graf Dietrich VII von Kleve drangen durch den Tunnel in die Stadt ein. Sie kamen dem Erzbischof Engelbert II. zu Hilfe der mit den Kölner Bürgern im Clinsch lag. Am 15. Oktober 1268 führte dies zu einem blutigen Gemetzel, dem viele Bürger der Stadt zum Opfer fielen. Aber die Kölner Bürger setzten sich unter der Führung von Matthias Overstolz erfolgreich zur Wehr. Dies war der einzigste Fall, das die Kölner Stadtmauer unter(über)wunden wurde. Heute erinnert ein Denkmal, das angeblich älteste deutsche Denkmal, an diesen Tag.


 


15. Jahrhundert


Die Pforte hat militärisch keine Bedeutung mehr. 1446 wird die Kartäusermühle das erste Mal erwähnt. Die Ulrepforte ist umgebaut worden zu einer Windmühle. Hier lebten und arbeiteten Müller für die im Jahr 1644 eine Wohnung in der Mühle eingerichtet wurde.Die Bebauung im südwestlichen Teil Kölns blieb lange Zeit gering. Die Ulrepforte veränderte in den folgenden Jahrhunderten kaum Ihr Aussehen.


 


19.Jahrhundert


Die Preußen beherschen Köln, die industrielle Revolution beginnt und mit Ihr ein rasantes Bevölkerungswachstum. 1875 bis 1877 baute man in der Ulrichgasse die Ulrichkaserne die das Füsilier Regiment Nr. 40 beherbergte. Die Stadtmauer von Köln wird 1881 abgerissen, da sie gegen die neuen militärischen Gegebenheiten, wie Artillerie, keinen Schutz mehr bietet. Entgegen vieler anderer Stadttore wird die Ulrepforte zum Denkmal erklärt und somit vor dem Abriss bewahrt 1881 erwarb die Fabrikantenfamilie Guilleaume den Bau. Sie betrieben vor der Pforte eine Seilerei und nutzten die Pforte als Lagerstätte. 1885/86 ließen die Fabrikanten die gesamte Anlage zu einer Gaststätte umbauen. Auf der Kaponniere wurde ein Restaurant im neogotischen Stil errichtet. Auf den Mühlenturm wurde ein romantisierender Holzaufbau aufgesetzt, auf dem Ausflugsgäste einen weiten Blick über Köln geniessen konnten. 1907 schenkte die Familie Guilleaume der Stadt Köln die Ulrepforte.


 


II. Weltkrieg und danach


Mit dem II. Weltkrieg endete die Geschichte des Ausflugslokals Ulrepforte. Kölner Bürger suchten hinter den dicken Mauern Zuflucht bei den Bombenangriffen. Das Restaurant wurde durch die Kriegseinwirkungen vollständig zerstört, das Bauwerk insgesamt schwer in Mitleidenschaft gezogen. In der direkten Nachkriegszeit wurde die Pforte als Schuttablageplatz missbraucht, auf der Suche nach Brennholz drangen Bürger ein. Auch Verhandlungen mit potentiellen Nutzern scheiterten. 1955 zeigten die Roten Funken Interesse an der Ulrepforte und konnten mit Hilfe des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Theo Burauen das Gebäude in Erbpacht übernehmen. Zwar standen an der Ulrepforte wahrscheinlich niemals die Stadtsoldaten auf die die roten Funken sich beziehen, aber als Teil der gemeinsamen historischen Stadtgeschichte, war eine tolle kölsche Lösung gefunden.


 


Am 24. September 1955 fanden sich Bürgermeister Theo Burauen, rund 100 Funken und viele andere Bürger ein und begannen die Ulrepforte zu entschutten. Die Presse schrieb es wurde ein richtiges Volksfest daraus mit viel Kölsch und Mettwurst. Die beschädigte Pforte wurde mit den Fahnen der roten Funken behängt, die Kapelle Hardy von Driesch und der Spielmannszug Fritz Hohn machten Musik und erleichterten so die schwere Arbeit. In den Arbeitspausen regnete es Kamelle. Am Schluss des ersten Arbeitstages stellte man sich mit der Schippe über der Schulter auf und marschierte geschlossen einmal um die Pforte. 28 Lastwagen voller Schutt waren an diesem ersten Arbeitstag abtransportiert worden. Bereits ein Jahr später fand die feierliche Einweihung statt, am 30. September 1956.


 


1966 gründete man den Verein der Freunde und Förderer der Ühlepooz – die Fritz Everhan-Stiftung e.V.“, der den Erhalt und die geschichtliche Erforschung des Denkmals am Sachsenring sich zum Ziel gesetzt hatte. 1968 brachte man eine neue Wetterfahne mit zwei wibbelnden Funken auf dem Nordwestturm an, 1972 legte man das Kellergeschoss frei und von 1991 bis 1994 sanierte man das Holzwerk des hölzernen Turmganges. Der süd-östliche Halbturm wurde auf der Basis von Bauaufnahmen von 1881 rekonstruiert, von 1995-97 isolierte man die Fundamente der Kaponniere und stellte den historischen Aussenputz wieder her.


 


Andi Goral für report-K.de / Internetzeitung Köln


 


Quellen: Rote Funken und wikipedia.de

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