Ein letzter Wunsch: Mehr Akzeptanz für die Soziale Marktwirtschaft
Rund 550 Gäste verabschiedeten gestern Dr. Herbert Ferger, der zwölf Jahre lang die Geschicke der IHK Köln leitete, mit einer Feier im Börsensaal der IHK Köln  in den Ruhestand. "Am Ende von 34 Berufsjahren, mehr als 30 Jahre in der IHK-Organisation, darf natürlich auch ein Blick zurück nicht fehlen", so Ferger. Mit einem Verkehrsprojekt sei seine Tätigkeit bei der IHK Köln gestartet: dem Einsatz für den Ausbau des Kölner Autobahnrings.  Als weitere Wegmarken aus mehr als einem Jahrzehnt IHK Köln nannte Ferger die Fortschritte auf dem Gebiet der regionalen Zusammenarbeit – von der Region Köln/Bonn bis hin zur Metropolregion Rheinland – oder auch die innere Entwicklung der IHK Köln in den letzten zwölf Jahren. "Diese Entwicklung stand unter dem Leitsatz: unternehmerischer werden – soweit das im Rahmen einer Körperschaft des öffentlichen Rechts möglich ist", erklärte Ferger, der auch kritische Töne anschlug: "Es gab und gibt Ziele, die ich nicht oder nicht vollständig erreicht habe. Hierzu zählt, dass ich mir einen sehr viel höheren Stellenwert von Wirtschaft und Wirtschaftspolitik in der Kölner Politik gewünscht hätte. Es macht mir Sorgen, wie die Akzeptanz der Sozialen Marktwirtschaft und von Belangen der Unternehmen in unserer Gesellschaft abnimmt."
Zum Ende äußerte Ferger noch zwei Wünsche: Dass die Landesregierung ihren Widerstand gegen die Metropolregion Rheinland aufgibt und dass es gelingt, Menschen mit Migrationshintergrund besser in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren. In seinem Ruhestand will sich Ferger nun auf die Arbeit als Kuratoriumsvorsitzender der Diakonie Michaelshoven konzentrieren. Zudem will er einer Kölner Anwaltskanzlei sein kammerrechtliches Wissen zur Verfügung stellen und auch der DIHK locke ihn mit Aufgaben.

Reichardt als neuer Hauptgeschäftsführer eingeführt
Bei der Verabschiedung von Ferger wurde zugleich Ulf Reichardt als sein Nachfolger vorgestellt. Er wird ab heute die Hauptgeschäftsführung der IHK Köln übernehmen. Reichardt will durch einen prägnanteren Auftritt künftig noch deutlicher gemacht werden, wofür die IHK Köln steht: als Sprachrohr der Wirtschaft gegenüber Politik und Gesellschaft und als deren kritischer und konstruktiver Partner. Neben einem Festvortrag von NRW-Minister Harry K. Voigtsberger sprachen gestern Abend auch  Dr. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Landrat Werner Stump, IHK-Präsident Paul Bauwens-Adenauer und Christiane Klusmann, Vorsitzende des Personalrats der Industrie- und Handelskammer zu Köln.

[cs]


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