Das Pressefoto zeigt die Kölnmesse aus der Luft. | Foto: Kölnmesse

Köln | aktualisiert | Die Kölnmesse wird der AfD keine Messehallen für deren Landesparteitag in NRW vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen 2022 zur Verfügung stellen, da diese Hallen bereits durch eine TV-Produktion belegt sind. Diesen Fakt bestätigte der Sprecher der Kölnmesse Guido Gudat gegenüber dieser Internetzeitung.

Der Sprecher der Kölnmesse Guido Gudat in einem schriftlichen Statement: Wie in jüngerer Vergangenheit seitens der Medien schon berichtet, hat die AfD öffentlich ihre Absicht bekundet, am 4. und 5. Dezember 2021 einen Landesparteitag auf dem Gelände der Koelnmesse abzuhalten. Eine entsprechende Anfrage liegt der Koelnmesse vor. Als Unternehmen mit städtischer Mehrheitsbeteiligung sind wir im Gegensatz zu privaten Gesellschaften im Grundsatz gegebenenfalls verpflichtet, den Zugang zu unseren Einrichtungen zu gewähren.

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Wir haben aber inzwischen der Möglichkeit, den Parteitag bei uns zu veranstalten, eine Absage erteilt. Hintergrund ist, dass für diesen Zeitpunkt schon seit langem eine TV-Show-Produktion auf dem Gelände gebucht ist. Aufgrund der nunmehr entspannteren Corona-Lage hat sich die Produktionsgesellschaft kurzfristig entschlossen, Publikum dazu einzuladen. Die damit verbundenen Anforderungen an die Sicherheit der Teilnehmenden sowie die zu erwartenden erheblichen Beeinträchtigungen für die Dienstleister der Produktion lassen eine parallele Veranstaltung mit angekündigten Demonstrationen rund um das Messegelände nicht zu.

Dies haben wir der AfD am 15.10.2021 mitgeteilt. Eine Antwort steht bisher aus.

Köln gegen Rechts plant Kundgebung vor der Kölnmesse am morgigen Samstag

Der von der AfD geplante Landesparteitag in der Kölner Messe sorgt seit Tagen für Diskussionen im politischen Köln. Nachdem die Kölnmesse zunächst bestätigte, dass es eine Anfrage des NRW-Landesverbandes der AfD gab, aber keine weiteren Kontakte, plant das Antifaschistische Aktionsbündnis von „Köln gegen Rechts“ am morgigen Samstag eine Kundgebung am Alten Messeturm am Kennedyufer. Offen ist, ob das Aktionsbündnis an der Kundgebung festhält, nachdem die Kölnmesse der AfD nun offiziell absagte. Denn das ist und war die Forderung der Aktivist*innen.

Die Aktivist*innen verdeutlichten in ihrem Aufruf zur Kundgebung, warum sie gerade bei der Kölnmesse und deren historischen Hintergrund, so wachsam seien und erinnerten an die Aufschrift einer Gedenktafel: „Messegebäude und Messegelände und der abschließende Bereich bis zum Tanzbrunnen waren während des zweiten Weltkrieges ein zentraler Ort der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Köln mit vielfältigen Funktionen: Außenlager des KZ Buchenwald, Lager für Kriegsgefangene sowie Zwangsarbeiter, Lager der Organisation Todt, Arbeitserziehungslager
sowie Lagerstätte von „arisierten Gütern“. Von hier aus gingen die Transporte in die Konzentrationslager ab. 1940 wurden Sinti und Roma sowie zwischen 1941 und 1944 Juden deportiert. Hunderte kamen in den Lagern und bei Arbeitseinsätzen ums Leben. Tausende – Männer, Frauen und Kinder –wurden von hier in den Tod geschickt.“ Aus diesem Grund sollte die Kundgebung am Alten Messeturm stattfinden an dem sich eine weitere Gedenktafel befindet, die an die Vergangenheit der Messe als Außenlager des KZ Buchenwald erinnert.

Offen war zunächst ob die Kundgebung von Köln gegen Rechts doch stattfinden wird. Ein Sprecher des Aktionsbündnisses bestätigte dieser Internetzeitung, dass die Kundgebung stattfinden wird: Kundgebung am Samstag, 16. Oktober um 13 Uhr, Alter Messeturm, Kennedy Ufer Köln Deutz unter dem Titel: Keine Räume für die AfD

„Köln stellt sich quer“ fordert Kölnmesse auf sich an einem Beschluss des Kölner Stadtrates zu orientieren

Das Aktionsbündnis „Köln stellt sich quer“ erinnerte ebenfalls an die Geschichte der Kölnmesse. Sollte die Kölnmesse dennoch an die AfD vermieten, so ordnet „Köln stellt sich quer“ dies als fatale Geschichtsvergessenheit ein. In einem schriftlichen Statement schreibt das Bündnis: „Wir fordern Geschäftsleitung und Aufsichtsrat der Koelnmesse auf, sich dafür zu engagieren, der AfD keine Räume für ihren Parteitag zu vermieten und dies auch öffentlich offensiv zu begründen. Dabei kann sie sich am Beschluss des Kölner Stadtrates vom 18. Dezember 2018 orientieren, in dem es u.a. heißt, dass die Überlassung von (städtischen) „Räumen, die zur Durchführung von Veranstaltungen genutzt werden sollen, in denen rassistisches, antisemitisches […] oder anderes menschenfeindliches Gedankengut dargestellt oder verbreitet werden soll“ abgelehnt wird.“ Sollte der Landesparteitag dennoch in einer Halle der Kölnmesse stattfinden, dann kündigt „Köln stellt sich quer“ Proteste vor den Messehallen an.

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