Angefeuert wird hier jeder
Ob der Hammer beim Hammerwurf so gerade die Zehn-Meter-Linie kratzt oder über 36 Meter weit fliegt, jede Leistung von den Athleten wird bei den VII Gay Games mit Applaus belohnt. Das Prinzip „personal best“ wird nicht bloß von den Veranstaltern auf die Fahnen geschrieben, es wird von den Athleten gelebt. Nicht selten geben sie sich sogar mitten im Wettkampf noch gegenseitig Tipps. Im Mittelpunkt steht schließlich neben der persönlichen Leistung vor allem auch die Freude am gemeinsamen Sport. Das ist derzeit überall im Sportpark Müngersdorf, dem Hauptaustragungsort der Spiele, zu spüren.

Das Zentrum bildet hier das 2007 neu eröffnete Leichtathletikstadion. Insgesamt finden dort 26 leichtathletische Wettkämpfe der Gay Games statt – vom 100 Meter Lauf über Weit- und Hochsprung bis hin zum Hammerwerfen und Mehrkampf. Von hier aus gelangen Besucher bequem zu Fuß zu allen anderen Sportstätten. Auf den Wiesen rund um das Stadion wird etwa das Fußball-Turnier ausgetragen. Die Spiele sind nicht nur Teil der Gay Games 2010, sondern stellen zugleich auch die schwul-lesbische Fußball-Weltmeisterschaft der International Gay and Lesbian Football Association (ILGFA) dar. Gespielt wird dabei sowohl auf Groß- als auch auf Kleinfeldern in allen Leistungsklassen. Die beliebtesten Trikotfarben sind natürlich rosa und pink.

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Foto: Start des 800 Meter-Wettkampfes im Stadionbad


Entspannte Atmosphäre im Stadionbad
Hoch her ging es heute auch im neuen Stadionbad. Dort werden in dieser Woche im 50 Meter langen Wettkampfbecken die Schwimm-Wettbewerbe ausgetragen. Schwimmen zählt bei den Gay Games 2010 zu den best besuchtesten Sportarten. Für die klassischen Stile Rücken, Brust, Delfin und Freistil haben sich laut Veranstalter über 1.000 Athleten angemeldet. Vor der historischen Kulisse des Stadionbads – hier fanden bereits 1926 die 2.Deutschen Kampfspiele statt – hatten die Sportler sichtlich Freude an der Bewegung. Während im Becken ein Wettkampf nach dem anderen ausgetragen wurde, sonnten sich alle anderen Sportler auf den Tribünen entlang des Beckens. Hier wurde getratscht, sich kennen gelernt und gegenseitig angefeuert. Applaus erhielt auch Kölns Sportdezernentin Agnes Klein, die heute gleich mehrere Wettbewerbe besuchte. „Ich finde die Gay Games einfach toll. Überall ist eine sehr entspannte und friedliche Stimmung“, zeigte sich Klein begeistert.

Während der Wettkämpfe im Stadionbad, die bis einschließlich Freitag stattfinden, erhalten Badegäste einen verbilligten Eintritt von 2,50 Euro, da sie nur das Freizeitbecken nutzen können. Den Abschluss der Gay Games im Stadionbad bildet am 6. August 2010 ein ganz besonderes Event statt: Pink Flamingo. Ausgefallene Kostüme und bunte Rüschchen-Badekappen sind hier ausdrücklich erwünscht. Bei dem Synchronschwimm-Wettbewerb der etwas andren Art steht vor allem der Humor über die eigene Sexualität und den Sport im Vordergrund. Mit viel Show und Musik präsentieren die Sportler hier ab 19 Uhr wilde Tänze und humorvolle Choregraphien im Wasser. verspricht ausgefallene Kostüme, Musik und Tanz im Wasser.



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Foto oben: Angefeuert wird bei den Gay Games jeder Sportler – auch diese Läufer, die bei dem 200 Meter-Rennen heute um den Einzug in das Finale kämpften.


Sportler sind von Köln begeistert
Die Athleten zeigten sich heute von den Gay Games Cologne vollauf begeistert. Sie genießen die entspannte und fröhliche Stimmung, lernen sich kennen, tauschen Erfahrungen aus und feiern gemeinsam. Besucher trifft man dagegen nur selten. Mancher Kölner, der zufällig vorüber kommt, bleibt ein paar Minuten stehen und beobachtet das Geschehen. Dafür bevölkern umso mehr Athleten den Sportpark in Müngersdorf. Wer gerade keinen eigenen Wettkampf hat, feuert seine neuen Freunde bei ihren sportlichen Leistungen an. Besonders positiv wird von ihnen darum auch die räumliche Nähe – zumindest im Sportpark Müngersdorf – der verschiedenen Wettkapforte empfunden. Steve aus den USA nutzte heute etwa seine kurze Wettkampfpause, um bei den Kunst- und Turmspringern zu zuschauen. „Es ist unglaublich, was für Sprünge die vom 10 Meter-Sprung zeigen. Das würde ich mich nicht trauen“, meint er.

Artistische Figuren beim Kunst- und Turmspringen
Und auch hier gilt: Jeder springt so gut er kann. Die Bandbreite der Leistungen ist dabei riesengroß. Während einige Athleten artistische Sprünge mit scheinbar unendliche vielen Salti und Drehungen zeigen, versuchen sich andere an ihren ersten sauberen Kopfsprüngen. Applaus erhalten sie alle von den zahlreichen Zuschauern. Das Kunst- und Turmspringen, das heute zum letzten Mal stattfand, war richtig gut besucht. Der älteste Teilnehmer bei dieser Sportart war übrigens stolze 84 Jahre alt. Während sich Jung und Alt in einem Becken mutig von den Sprungbrettern stürzten, stand im Becken gegenüber Wasserball auf dem Programm. Heute war das fast ausschließlich eine englischsprachige Angelegenheit. Denn außer Amsterdam und Kopenhagen spielten Teams aus Toronto, Atlanta, San Francisco, London und Manchester gegeneinander.

Cornelia Schlößer für report-k.de/ Kölns Internetzeitung

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