Wie kreativ Müll in eine Kunstwerk verwandelt werden kann, wird unter anderem bei der Betrachtung des Kunstwerks „Captain Future“ deutlich. Die Grundlage für das Kunstwerk bildete ein ehemaliger Kaugummiautomat, der kurzerhand zweckentfremdet und in Captain Future verwandelt wurde. Tief schauen sich Künstler und Kunstwerk in die Augen. Und das ist auch die Idee der Ausstellung: „Ich bin mit meinen Kunstwerken nicht so empfindlich. Die Besucher können und sollen sie anfassen, bewegen oder drauf setzten“, so Recyclingkünstler Olaf Berger.

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Der perfekte Mann
Bei der Besichtigung der Ausstellung trifft der Besucher unter anderem auf Olaf Bergers Vorstellung und gleichzeitig Parodie des „perfekten Mannes“. „Der perfekte Mann soll das Klo putzen, gut kochen können, einen Hammer in der Hose haben und die Kreditkarte zum Shoppen bereit halten. Das beste an diesem Mann: Mann/ Frau kann ihn jeder Zeit für 25 Cent recyceln“, so der Künstler über sein Kunstwerk.

„Seit meinem 10. Lebensjahr fühle ich mich von Müll magisch angezogen“, berichtete Berger heute. Früher noch auf dem Fahrrad unterwegs, holt sich der Künstler heute seine Inspirationen auf den Schrottplätzen in Köln, Leverkusen und Gummersbach. „Ich möchte mit dieser Ausstellung auch zeigen, dass man nicht immer alles direkt wegschmeißen muss“. Anfangs gestaltete Olaf Berger nur für sich oder Freunde Kunstwerke oder Möbelstücke zur Verschönerung der Wohnung. Heute hat er die Möglichkeit seine Kunst vielen Besuchern näher zu bringen. Um den „Müll“, der noch auf eine zukünftige Verwertung als Kunstwerk wartet, aufzubewahren sind heute drei verschiedene Lager notwendig. Da der Müll und auch die Leidenschaft des Künstlers für eine ganz eigene Interpretation von Kunst nicht verloren gehen wird, kann man auf zukünftige Projekte gespannt sein.
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Henriette Hohm für report-k/ Kölns Internetzeitung

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