„Die Ausstellung präsentierte Schätze aus dem Verborgenen“, betonte heute Petra Hildegard Rösch, stellvertretende Direktorin des Ostasiatischen Museums. Denn teilweise liegen die Exponate schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts in den Depots der deutschen Museen. Die Sonderausstellung „Entdeckung Korea“ bringt sie nun ans Licht. Aus insgesamt zehn deutschen Museen zeigt die Schau rund 100 Objekte – darunter buddhistische Malereien, volksreligiöse Holzskulpturen, Bilder auf Hängerollen, aber auch kunstvolle Vasen und Schatullen sowie Keramik. Nach Köln wird dien Ausstellung auch in Leipzig, Stuttgart und Frankfurt zu sehen sein.


Depotverwalter Phone Philavanh säuberte das Bild vor dem Aufrolle vorsichtig von Staub


„Ein Wechsel der Exponate ist in Ostasien ganz normal“
Zu den wertvollen Stücken gehört etwa auch eine Hängerolle aus dem 18 Jahrhundert. Sie zeigt einen gemalten Tiger, der fast schon vorwitzig um die Ecke schielt. Der Tiger galt in Korea als Symbol der Tapferkeit. Weil die Hängerolle nicht zu lange hängen darf, wurde sie heute nun aus konservatorischen Gründen abgenommen. Dazu wurde das Bild wieder vorsichtig aufgerollt, in Seidenpapier eingeschlagen und in einer Palisanderholz-Kiste verwahrt. Das Palisanderholz hat einen ganz eigenen Geruch, der Insekten abhalten soll, erklärte Rösch. „Ein Wechsel der Exponate ist in Ostasien ganz normal“, so Rösch. Gerade um die Bilder bequem transportieren zu können, hätten die Maler die Hängerollen verwendet. So konnten die Bilder schnell und einfach etwa zu Bekannten oder Geschäftspartnern mitgenommen werden. Immer im Herbst fändt dann das Lüften der Bilder statt. Dann wurden alle Hängerollen aufgehängt, um die Bilder vor Schimmel zu schützen. „Deswegen finden noch heute im Herbst immer viele große Ausstellungen statt“, sagte Rösch.

Neben dem Tiger wurden in der Ausstellung einige weitere Exponate ausgetauscht. So ist ab heute nicht mehr der Lack-Schreibkasten aus dem Berliner Museum zu sehen. Stattdessen können die Besucher nun jedoch einen kostbaren Brautkasten mit typisch koreanischen Perlmutteinlage-Arbeiten bestaunen. Der Brautkasten wird nur in Köln zu sehen sein, da er bereits zu fragil sei, um mit der Schau durch Deutschland zu reisen. Abgehängt wurde heuten zudem die „Große Karte des Östlichen Königreiches“. Sie besteht aus 23 einzelnen gedruckten Blättern in Leporellofaltung. Das sechs mal vier Meter große Werk ist weltweit nur noch in wenigen Exemplaren erhalten und so wertvoll, dass man nur einzelne Blätter zeigt und diese all 14 Tage austauscht.

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Cornelia Schlößer für report-k.de/ Kölns Internetzeitung

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