Ein paar tausend sind es schon. Der Heumarkt wird immer voller. Foto: Bopp

Köln | Großer Bahnhof am Kölner Heumarkt am Mittwoch Nachmittag!

Die „Peace Please“-Kundgebung als Solidaritätsgeste für die Opfer des Kriegs in der Ukraine war ein weiteres Zeichen vieler tausender Kölner nach der Friedensdemo am Rosenmontag.

Zahlreiche bekannte Künstler traten mit Redebeiträgen und Musikdarbietungen ohne Gage auf. Moderator war Bütt-Star Martin Schopps. „Es ist das Gebot der Stunde bei dem, was wir tagtäglich erleben. Da man muss einfach dabei sein“, so Fööss-Urgestein Erry Stoklosa nach dem Soundcheck.

Erry Stoklosa von den Fööss bei der Kundgebung am Mittwoch auf dem Heumarkt. Foto: Bopp

Erry Stoklosa: „Man muss einfach dabei sein“

Mitstreiter Pit Hupperten: Es ist ein Zeichen für den Frieden. Es ist weniger ein Konzert als eine Kundgebung. Es geht nicht um Spaß und Unterhaltung, sondern um einen Beitrag für den Frieden und die Freiheit, die wir gerne in Europa gerne wieder hätten.“

Moderator Martin Schopps. Foto: Bopp

Erry weiter: „Es ist deprimierenend. Eine Form der Hilflosigkeit. Jeden Morgen wenn ich wach werde, schalte ich ein, um zu sehen, ob es ihn endlich erwischt hat, ob er weg ist.

Man kann nur hoffen, dass es endlich vorbei ist. Es werden viele Kundgebungen in Deutschland und weltweit stattfinden. Ich finde es toll, dass es das auch bei uns gibt.“

Gab alles: Detlef Vorholt von den Paveier. Foto: Bopp

Sven Welter von der Kult-Band Paveier: „Es war sehr schnell klar, dass wir heute dabei sind. Man kann von hier nicht viel tun, außer Spenden generieren und so ein wenig helfen.

Es geht heute nicht um Party und Stimmung, sondern um Solidarität. Wir sind mit Kopf und Herz bei den Menschen in der Ukraine. Wir spielen gleich Heimat is. Stell dir vor du musst in kurzer Zeit deine Heimat verlassen und weißt nicht, ob du wieder kommst. Und ob sie total zerbombt ist. Das ist doch völlig krank.“

Viele Menschen, jung und alt, sind auf den Haumerkt gekommen. Foto: Bopp

Martin Schopps: „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Menschen jetzt schon auf dem Heumarkt sein werden. Viele haben sich früher frei genommen oder einen Urlaubstag genommen. Wir wollen heute ein Zeichen für den Frieden setzen und gegen den Krieg, den Putin angezettelt hat.

Normalerweise feiern wir hier ausgelassen Karneval. Heute können wir zeigen, dass wir Kölner nicht nur feiern, sondern aus etwas bewegen können.“ Der Moderator lobte vor allem die Spendenbereitschaft der Menschen: „Es ist Wahnsinn, wie viel die Menschen in den letzten zwei Jahren den Spendenaufrufen gefolgt sind. Erst bei Corona, dann die Flutkatastrophe im Ahrtal und jetzt der schreckliche Krieg in der Ukraine. Herzlichen Dank an alle.“

EInige tausende Kölner waren am Mittwoch auf dem Heumarkt. Foto: Bopp

Initiator Dirk Kästel zu report-k: „Für mich sind die Helden die Bands, die Techniker, die umsonst das hier machen. Das ist keine Stolzfrage, wir sind erleichtert und glücklich, dass so viele Leute mitmachen, der Platz voll ist.

Der Appell Peace Please ist wichtig, die Wortbeiträge genau wie die Musik. Wir sind alle ehrenamtlich tätig. Das Geld wird eingesetzt durch verschiedene kleine Vereine, die Beziehungen in die Ukraine haben.“

Björn Heuser bei seinem Auftritt. Foto: Bopp

Sänger Björn Heuser: „Das zeigt die DNA dieser Stadt“

Auch Sänger Björn Heuser bezog sichtlich bewegt Stellung: „Köln hat schon Rosenmontag gezeigt was geht. Deswegen bin ich mit einem guten Gefühl hergekommen und wurde nicht enttäuscht.

Wir haben einen schrecklichen Grund hier zu sein, die Leute verstehen das. Wir erleben kölsche Momente, die zeigen, welche DNA diese Stadt hat. Spenden sind an jeder Ecke wichtig. Ich bitte jeden, sie hier in die Boxen zu geben.“

Brings bei ihrem Auftritt. Foto: Frank Neusser

Peter Brings sprach wie gewohnt Tacheles: „Wir haben einige Songs, die zu dem Thema passen. Es kommt nicht darauf an, was du hier singst, sondern dass du hier singst. Die Leute, die hier sind, erklären sich gegen den Krieg.

Hier wird Geld gesammelt und wir wollen unseren Teil dazu beitragen. Jemand (die Bethel-Stiftung, Anm. d. Red.) verdoppelt sogar die Einnahmen von heute. Wir waren doch alle Kinder, stell dir vor, das wäre uns passiert, dann wär man traumatisiert.“