10:55 Uhr > EU-Haushaltskommissar Lewandowski warnt vor griechischem Privatisierungsprogramm
Der polnische EU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski hat vor den Folgen der griechischen Privatisierungspläne gewarnt. "Mit meiner Erfahrung kann ich nur sagen: Dass ist der explosive Teil des Rettungsprogramms", sagte Lewandowski der "Zeit". In den 90er Jahren war er Privatisierungsminister in Polen. Nun warnt Lewandowski vor den Folgen für die griechische Regierung: "Die Griechen betrachten all das, was privatisiert werden soll, als Tafelsilber, und das kann man in Griechenland nicht schnell und billig verkaufen, ohne politisch dafür bestraft zu werden." Die griechische Regierung hat in dieser Woche damit begonnen Staatsvermögen zu verkaufen. Bis 2015 sollen 50 Milliarden Euro eingenommen werden.

9:58 Uhr > Brüderle fordert erneuert Schuldenerlass für Griechenland
FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hat sich erneut für einen Schuldenerlass für Griechenland ausgesprochen. "Um die Schuldentragfähigkeit Griechenlands zu erhöhen, kann eine Umschuldung Griechenlands zu einem Zeitpunkt X anstehen", sagte Brüderle der "Rheinischen Post". "Zuerst einmal muss Griechenland seine Zusagen einhalten und die mit den Hilfspaketen verbundenen Auflagen erfüllen. Denn Solidarität ist keine Einbahnstraße", betonte Brüderle. "Wir müssen aber auch dringend zu einer privaten Gläubigerbeteiligung kommen und da hat Deutschland in der EU einen ersten wichtigen Schritt gemacht", so der frühere Bundeswirtschaftsminister.

9:55 Uhr > Commerzbank-Chef: Griechenland-Umschuldung keine Gefahr für Banken
Commerzbank-Chef Martin Blessing lehnt weitere Kredit-Pakete für Griechenland ab und wirbt stattdessen für eine rasche Umschuldung. Der "Bild-Zeitung" sagte Blessing: "Unsicherheit und Misstrauen unter den Anlegern haben sich in den vergangenen Tagen verschärft, deshalb muss eine andere Lösung für Griechenland her als immer neue Kredit-Pakete zu schnüren." Blessing hält die derzeitigen Pläne für eine Beteiligung der privaten Gläubiger Griechenlands für unrealistisch. Blessing: "Eine rein freiwillige, aber zugleich nennenswerte Beteiligung der privaten Gläubiger funktioniert leider nicht. Das heißt: Griechenland muss einen Teil seiner Schulden abstreifen. Anders kommt das Land nicht auf die Beine." Eine solche "geordnete Umschuldung Griechenlands wäre für die privaten Banken der Euro-Staaten kein gewaltiges Beben", so Blessing. Zugleich drängte der Commerzbank-Chef zur Eile: "Wenn wir jetzt nicht die Ursachen des Griechenland-Problems lösen, wird die Lage an den Finanzmärkten für alle Euro-Staaten immer schwieriger." Beschlüsse unter den 17 Euro-Staaten seien zwar immer kompliziert. "Aber es bleibt für eine Umschuldung Griechenlands nicht unbegrenzt Zeit", so Blessing. Ähnlich äußerte sich der Wirtschaftsweise Lars Feld (Uni Freiburg). Feld sagte der "Bild-Zeitung": "Aus eigener Kraft werden die Griechen ihre Schuldenkrise nicht in den Griff bekommen. An einem Schuldenschnitt von Griechenland führt kein Weg vorbei."

9:45 Uhr > EU schließt Schuldenschnitt für Griechenland nicht mehr aus
Ab sofort würden "vorbehaltlos" und "tabulos" alle Hilfsmöglichkeiten geprüft, kündigte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Dienstag in Brüssel an. Eine Umschuldung und eine Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung des Landes wollen die Finanzminister nun prüfen. Zuvor hatte bereits der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager erklärt, dass ein teilweiser Zahlungsausfall Griechenlands nicht mehr ausgeschlossen sei. Die europäischen Finanzminister geraten zunehmend unter Druck eine Lösung für Griechenland zu finden, da an den Finanzmärkten die Angst vor einer Ausweitung der Schuldenkrise wächst. Anlässlich der Befürchtungen bezüglich Italien gab es an den Börsen am Dienstag erhebliche Kursabstürze.

Zweites Hilfspaket für Griechenland – Beratungen nicht abgeschlossen
Am Montag hatte die Eurogruppe bereits eine Verlängerung der Laufzeiten für Notkredite sowie eine Zinsminderung vorgeschlagen. Zudem solle der EU-Rettungsschirm "flexibler" eingesetzt werden, wozu in Kürze konkrete Vorschläge vorgelegt werden sollen. Die Beratungen über das zweite Hilfspaket für Griechenland sind derweil weiterhin nicht abgeschlossen. Am Freitag werden die Staats- und Regierungschefs der Eurozone wahrscheinlich zu weiteren Gesprächen auf einem Sondergipfel zusammen kommen.

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