Betriebsinterne Arbeitsvermittlungen gehören in großen deutschen Unternehmen zum Alltag. Aktuelle Ergebnisse des Forschungsprojekts „Beruflichkeit, Organisations- und Personalentwicklung im Spannungsfeld von Restrukturierung und Kompetenzsicherung“ scheinen dies zu zeigen. Demnach würden vor allem sehr große Arbeitgeber Personalvermittlungsabteilungen einsetzen und damit etwa 55 Prozent des „unfreiwilligen“ Stellenverlusts auffangen.

In der Uniklinik Köln berät, qualifiziert und vermittelt die interne Arbeitsagentur „Job Change“ die Beschäftigten und ist laut Angaben der Klinik seit vier Jahren ein wichtiger Baustein der  Personalentwicklung. „In vielen Unternehmen geht es bei den internen Arbeitsvermittlern oft um Themen wie Umstrukturierung und drohenden Arbeitsplatzverlust. Wir haben einen anderen Schwerpunkt: Viele unserer Bewerber wollen sich beruflich verändern, suchen nach neuen Herausforderungen im eigenen Unternehmen und kommen aus eigenem Antrieb zu uns“, erklärt Markus Tölle, der Leiter von „Job Change“. Nicht selten sei mit der Vermittlung eine berufliche Weiterentwicklung verbunden.

Der Erfolg der Personalvermittler hängt laut dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen, vor allem davon ab, dass sie gute Kandidaten für die offenen Stellen bieten können und nicht zur Abschiebeeinrichtung für leistungsschwächere Mitarbeiter werden. „Mit den geeigneten Instrumenten lässt sich das gut verhindern. Vielen Personalvermittlungsabteilungen ist es gelungen mit der Zeit ein komplexes System von miteinander verzahnten, internen Serviceleistungen zu entwickeln. Sie sind damit für viele Aufgaben der internen Personalpolitik und -entwicklung unersetzbar geworden“, so Arbeitsmarktforscher Gernot Mühge, der das Projekt beim IAQ bearbeitet.

[dr]

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